Union CDU liebäugelt mit Lammert als Bundespräsident

Bundespräsident Gauck steht offenbar nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Sollte er tatsächlich seinen Verzicht verkünden, erwägt die CDU nach SPIEGEL-Informationen eine Kandidatur von Bundestagspräsident Lammert.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)
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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU)


Die Union will bei der Wahl zum nächsten Bundespräsidenten mit einem eigenen Kandidaten antreten, wenn Joachim Gauck tatsächlich keine zweite Amtszeit anstrebt. Am Freitagabend berichtete die "Bild" von entsprechenden Plänen.

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Heft 23/2016
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Bundeskanzlerin Angela Merkel wisse, dass die Partei das von ihr erwarte, erfuhr der SPIEGEL aus ihrem Umfeld. Kurz vor der Bundestagswahl im Herbst 2017 könne die Union aus taktischen Gründen weder einen gemeinsamen Kandidaten mit der SPD noch mit den Grünen präsentieren. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Als aussichtsreicher Bewerber aus Unionsreihen gilt nach SPIEGEL-Informationen Bundestagspräsident Norbert Lammert. Der CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen würde von der Fraktionsspitze mitgetragen und könnte auch mit der Unterstützung der CSU-Führung rechnen, heißt es.

Gaucks Amtszeit endet im kommenden Jahr. Der Bundespräsident hatte angekündigt, sich spätestens bis zum Frühsommer entschieden zu haben, ob er noch einmal kandidiert. In der Union rechnet man damit, dass das bisherige Staatsoberhaupt aus Altersgründen - Gauck ist 76 Jahre alt - nicht weitere fünf Jahre im Amt bleiben will.

Die Union hätte in der Bundesversammlung, die den Präsidenten wählt, keine absolute Mehrheit. Sie müsste darauf hoffen, ihren Kandidaten im dritten Wahlgang durchzusetzen, in dem die relative Mehrheit reicht.

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Seite 1
spmc-135322777912941 04.06.2016
1. Einverstanden
meinen Segen hätte er wenn er auch ein Diäten-Geier ist.
ayberger 04.06.2016
2. Lammert?
Wäre durchaus akzeptabel - besondere Akzente kann ein BP ohnehin nie setzen, daher istim Grunde egal, wer in Bellevue sitzt, seine Amtslinie wird immer Versöhnung, Milde, Schönschwatzen und Bußrituale für die Vergangenheit sein...
kurpfaelzer54 04.06.2016
3. Ein Schwarzer ?
Wäre aber trotzdem eine gute Wahl. Ist mir klar, dass den CDU und CSU aus dem Weg haben wollen. Er ist für die ein Stück zu offen und unbequem.
friedrich_eckard 04.06.2016
4.
Nun darf man ja gespannt sein, ob die SPD ihre staatspolitische Verantwortung wahrnehmen wird... wenn sie sich schon nicht entschliessen kann, den Vorschlag der CDU/CSU von Anfang an zu unterstützen, dann muss jedenfalls von ihr verlangt werden, dass sie einen Personalvorschlag macht, der für die LINKE keinesfalls annehmbar ist, und dass sie so die Wahl Lammerts - oder wer sonst für CDU/CSU antritt - jedenfalls im dritten Wahlgang sicherstellt, denn der Gedanke an ein Staatsoberhaupt, das seine Wahl den Stimmen der LINKEN verdankt, wäre doch für jeden aufrrrechten Demokrrraten vollkommen unerrrtrrräglich... notfalls müsste halt die Fraktion der Seeheimer in der Bundesversammlung nach ruhmreichem hessischem Vorbild das Schlimmste verhindern... Freiheit statt Sozialismus, der Feind steht links, lieber tot als rot, und üüüberhaupt... Aber im Ernst: es verspricht spannend zu werden. Käme tatsächlich ein Wahlvorschlag mit den Stimmen von SPD, GRÜNEN, LINKEN und ggf. auch denen der verbliebenen Piraten im dritten Wahlgang durch - die relative Mehrheit wäre vorhanden - dann liesse das sehr an die Umstände denken, unter denen einst Gustav Heinemann - Ehre seinem Andenken! - Bundespräsident geworden ist...
wug2012 04.06.2016
5. Kandidatenroulette
Wenn die CDU jetzt schon mit Herrn Lammert liebäugelt, ist Herr Gauck bereits abgeschrieben und .... Herr Lammert wird es bestimmt nicht.
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