Nächster Bundespräsident Linkes Lager will gemeinsamen Kandidaten für Gauck-Nachfolge

SPD, Grüne und Linke nähern sich an: Auf der Suche nach dem nächsten Bundespräsidenten gibt es frühe Absprachen. Nach SPIEGEL-Informationen fallen bereits erste Kandidatennamen.

Joachim Gauck
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Zwischen SPD, Grünen und der Linken gibt es intensive Bemühungen, einen gemeinsamen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck zu finden.

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Heft 24/2016
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Der ehemalige grüne Fraktionschef Jürgen Trittin hat nach SPIEGEL-Informationen mit SPD-Chef Sigmar Gabriel gesprochen und dabei einen grünen Bewerber ins Gespräch gebracht. Trittin könnte sich etwa Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth oder den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann vorstellen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Gabriel lehnte zwar zunächst ab. In einer internen Mail machte er allerdings deutlich, dass er weiter nach allen Seiten sondieren werde. Gabriel mahnte die Mitglieder des SPD-Parteivorstandes, keine Namen zu nennen, da dies "denkbare Bündnisse" gefährde.

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Nachdem die Spitze der Linkspartei schon angeboten hatte, einen gemeinsamen Kandidaten des linken Lagers für die Bundesversammlung im Februar 2017 aufzustellen, sprachen sich führende Vertreter der Partei dafür aus, nun ernsthaft die Chancen für ein rot-rot-grünes Bündnis auszuloten.

"Endlich ist wieder Drive in der Debatte um Rot-Rot-Grün", sagte der Linken-Realo Stefan Liebich dem SPIEGEL. "So weit waren wir noch nie." Parteichefin Katja Kipping sagte: "Wir würden uns über baldige Sondierungsgespräche freuen."

Auch der saarländische Linksfraktionschef Oskar Lafontaine wirbt für einen gemeinsamen Kandidaten von SPD, Linken und Grünen. "Es besteht die Chance. Ein rot-rot-grüner Kandidat, der sich in der Bundesversammlung durchsetzt, wäre ein Signal", sagte der frühere SPD-Chef der "Passauer Neue Presse". Die SPD müsse einen Vorschlag machen. "Sie hat hier die Schlüsselrolle. Wir wollen einen Bundespräsidenten, der die soziale Frage wieder in den Mittelpunkt stellt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach SPIEGEL-Informationen schon auf die Annäherung im linken Lager reagiert und in internen Gesprächen durchblicken lassen, dass sie nicht mehr auf einem Unionskandidaten bestehe. Sie kann sich demnach auch vorstellen, zusammen mit SPD und Grünen einen unabhängigen Kandidaten zu wählen.

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