CDU Jörg Schönbohm ist tot

Jörg Schönbohm, früherer Berliner Innensenator und ehemaliger Innenminister von Brandenburg, ist tot. Der langjährige CDU-Politiker ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Er gehörte dem konservativen Parteiflügel an.

Jörg Schönbohm
imago

Jörg Schönbohm


Zehn Jahre war er Innenminister in Brandenburg, davor zwei Jahre Innensenator in Berlin: Der CDU-Politiker Jörg Schönbohm ist in der Nacht zu Freitag gestorben. Das teilte die Brandenburger CDU mit und bestätigte damit einen Bericht von Radio B2. Schönbohm wurde 81 Jahre alt.

Nach der Wiedervereinigung war er als Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg für die Auflösung der 90.000 Mann starken Nationalen Volksarmee (NVA) der früheren DDR zuständig. Dabei war er mit der Eingliederung von rund 3000 ehemaligen NVA-Offizieren in die Bundeswehr sowie der (teilweisen) Verschrottung des NVA-Kriegsgeräts betraut.

1992 holte der damalige Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) Schönbohm als Staatssekretär ins Verteidigungsministerium. Später galt er als einer der engsten Vertrauten von Stoltenbergs Nachfolger Volker Rühe. 1996 trat Schönbohm als Innensenator in das Berliner Kabinett des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen ein. Nicht zuletzt als politisch Verantwortlicher für die Räumung besetzter Häuser in Berlin wurde er zum Feindbild der außerparlamentarischen Linken.

Im November 1998 gab Schönbohm seinen Posten in Berlin auf, um Vorsitzender des CDU-Landesverbands Brandenburg zu werden. In seiner Autobiografie sprach er später von einer "Heimkehr nach Brandenburg".

Nach der Landtagswahl 1999, bei der die SPD unter Ministerpräsident Manfred Stolpe ihre absolute Mehrheit verlor, wurde Schönbohm Innenminister in Brandenburg. Er blieb dies bis zur Bildung einer rot-roten Koalition 2009. Als sein größter politischer Erfolg gilt, dass Schönbohm die CDU in Brandenburg befriedet und zur Regierungspartei gemacht hat.

cte/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.