Saarland Tweet von AfD-Politiker zu Sex mit 14-Jährigen sorgt für Empörung

Erneut soll ein AfD-Politiker über Sex mit Minderjährigen fantasiert haben. Der saarländische Jungpolitiker Johannes Biesel will seine Äußerungen als Witz verstanden wissen.
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Foto: DPA

Der saarländische AfD-Politiker Johannes Biesel hat offenbar auf Twitter über Sex mit Minderjährigen fantasiert. "Das Problem an #Fasching, ist dass du nicht sagen kannst, ob sie 14 oder 18 ist", heißt es in einem von der Adresse @Biesel_AfD veröffentlichten Post. "Wenn du dann Pech hast, kommste an die 18jährige. #Karneval".

Der Tweet soll mittlerweile gelöscht worden sein, der Zugang zu dem Twitter-Konto ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Mehrere Nutzer veröffentlichten jedoch Screenshots der Nachricht sowie mehrere Kommentare, mit denen Biesel offenbar auf die empörten Reaktionen antwortete. Auch Filmstar Elyas M'Barek zeigte sich empört.

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"Gutmenschen rasten gerade komplett aus, weil ich einen kleinen Witz gemacht hab", schrieb Biesel demnach. In einem weiteren Tweet hieß es: "Unterstützer einer Kinderfickerpartei echauffieren sich über einen Witz zu Karneval."

Auf eine SPIEGEL-Anfrage zu seinen Äußerungen reagierte Biesel zunächst nicht.

Biesel ist laut einem Bericht der "tageszeitung" Software-Entwickler und zweiter Vorsitzender der Jugendorganisation Junge Alternative Saar. Zu seiner politischen Motivation sagte er der Zeitung im vergangenen Jahr: "Ich bin früher ein klassischer CDU-Wähler gewesen und in die Alternative für Deutschland eingetreten, weil die Union nicht mehr konservativ ist." Die Junge Alternative tritt noch populistischer auf als ihre Mutterpartei.

Es ist nicht das erste Mal, dass AfD-Mitglieder im Internet mit Sex-Fantasien zu Minderjährigen auffallen. Gegen Holger Arppe, einen früheren Landtagsabgeordneten in Mecklenburg-Vorpommern, wird wegen Chat-Beiträgen mit gewaltverherrlichenden und pädophilen Inhalten ermittelt. Arppe soll unter anderem über den sexuellen Missbrauch von Zehnjährigen fantasiert haben.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete und neue Vorsitzende des Haushaltsausschusses Peter Boehringer sorgte zuletzt für Empörung, weil er die Bundeskanzlerin als "Merkelnutte" bezeichnet haben soll. Boehringer hatte die Wortwahl bislang abgestritten. In einer dem SPIEGEL vorliegenden Rundmail von seiner Adresse heißt es jedoch: "Die Merkelnutte lässt jeden rein, sie schafft das". Und weiter: "Dumm nur, dass es UNSER Volkskörper ist, der hier gewaltsam penetriert wird."

dab