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Kauf von Schutzausrüstung in NRW SPD will Rolle von Laschets Sohn prüfen

Johannes Laschet, Modeblogger und Sohn des NRW-Regierungschefs, soll den Weg für die Lieferung von Corona-Schutzausrüstung bereitet haben. Die SPD-Fraktion wittert »Influencer Marketing in der Staatskanzlei«.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet

Foto: Marcel Kusch / dpa

Ein überraschender Kontakt zwischen dem Modehersteller van Laack und der Düsseldorfer Staatskanzlei hat das Interesse der Opposition in Nordrhein-Westfalen geweckt: Laut van Laack-Inhaber Christian von Daniels hatte der Sohn des Ministerpräsidenten, Mode-Blogger Johannes »Joe« Laschet, die Tür für einen großen Deal mit Kitteln und Masken geöffnet. Die SPD-Fraktion wittert »Influencer Marketing in der Staatskanzlei« und will über eine Kleine Anfrage im Landtag wissen, was genau es damit auf sich hat.

Van Laack-Inhaber von Daniels arbeitet seit Jahren mit Johannes Laschet zusammen. »Ich habe Joe gesagt, dass er seinem Vater meine Nummer geben kann, wenn das Land Hilfe bei der Beschaffung von Masken braucht«, sagte von Daniels der »Rheinischen Post« .

SPD will Provision für Vermittlungstätigkeiten prüfen

Ministerpräsident Armin Laschet habe dann tatsächlich an einem Sonntagabend angerufen und gesagt, der van Laack-Chef renne offene Türen ein. »Zwei Tage später saßen seine Mitarbeiter bei uns im Konferenzraum und haben sich unsere Masken und Kittel angeguckt«, sagte von Daniels der Zeitung.

Der Modehersteller aus Mönchengladbach hat dem Land nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums mehrere Millionen OP-Kittel und Masken geliefert. Jüngst bestellte das zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) weitere 1,25 Millionen Alltagsmasken für die Polizei bei van Laack.

Die SPD-Landtagsfraktion fragt in ihrer Kleinen Anfrage: »Welchen Einfluss hatten die Geschäftsbeziehungen von Joe Laschet zum Modehersteller van Laack auf die Auftragsvergabe der Landesregierung?« Die Opposition will von der Landesregierung eine Auflistung aller Aufträge, die an das Unternehmen gingen.

Zudem fragt die SPD, welcher Zeitraum zwischen dem in der »Rheinischen Post« erwähnten Telefonat von Ministerpräsident Laschet mit Christian von Daniels und der ersten Auftragsvergabe durch die Landesregierung an van Laack vergangen sei. Außerdem will die SPD wissen, welche anderen Bieter es gab und ob es »Provisionen für Vermittlungstätigkeiten« gegeben habe.

Johannes Laschet reagierte auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht. Er war bislang als modischer Ratgeber für seinen Vater bekannt. In einer WDR-Sendung sagte Armin Laschet vergangene Woche, sein Sohn gebe ihm auch mal Tipps beim Schnitt von Anzügen, Hosen und Hemden.

mfh/dpa