Johannes Rau Der unscheinbare Bundespräsident

Bundespräsident Johannes Rau hat sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk selbstkritisch gezeigt. Er inszeniere sich "sicher nicht genug". Sein politischer Einfluss sei aber ausreichend.


Johannes Rau
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Berlin - Hamburg - Teile der Öffentlichkeit würden ihm vorwerfen, er dringe mit seinen Vorstellungen zu wenig nach außen, sagte Rau. "Aber ich glaube, wenn ein Mensch bei sich selber bleibt, dann kann er Glaubwürdigkeit behalten und gewinnen, und wenn er versucht, sich zu inszenieren, dann misslingt das, und dann entsteht der Eindruck, dass Mensch und Sache voneinander getrennt sind - das will ich nicht." Er wünsche sich auch nicht mehr politischen Einfluss, weil die Regierungen in Bund und Ländern funktionierten.

Die Kritik an sich führe er auf Veränderungen in Politik und Journalismus sowie auf sein sehr langes Wirken zurück, sagte Rau. "Das muss man hinnehmen, damit muss man leben, da darf man nicht bitter sein - und man weiß ja selber, und man erfährt es in vielen, vielen Briefen und Begegnungen, ob man den Menschen etwas bedeutet und was man ihnen bedeutet." Von den Menschen erfahre er viel Zustimmung und Aufmerksamkeit.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte Rau zum Geburtstag attestiert, er habe "für unser Land Großartiges geleistet". Mit seinem Anspruch, zu versöhnen statt zu spalten, führe Rau die Menschen zusammen.



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