"Wahrer Freund" US-Außenminister Kerry erhält Bundesverdienstkreuz

John Kerry ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Außenminister Steinmeier würdigte seinen amerikanischen Kollegen bei der Zeremonie als "wahren Freund".

John Kerry und Frank-Walter Steinmeier
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John Kerry und Frank-Walter Steinmeier


Der scheidende US-Außenminister John Kerry ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte bei einer Zeremonie im Auswärtigen Amt: "John Kerry ist der beharrlichste Diplomat, den ich kenne."

Zugleich würdigte er seinen amerikanischen Kollegen als "wahren Freund". Er rief dazu auf, zwischen Berlin und Washington eng im Dialog zu bleiben.

Der 72-jährige Kerry wird sein Amt nach vier Jahren Ende Januar abgeben. Wer unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump sein Nachfolger wird, ist noch unklar.

Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik. Seit 1951 wurde der Orden mehr als 250.000 Mal verliehen. Mit ihm werden politische, wirtschaftlich-soziale oder geistige Leistungen sowie andere besondere Verdienste um das Gemeinwohl gewürdigt.

Kerry bekam das sogenannte Großkreuz, die zweithöchste von acht Stufen des Verdienstordens der Bundesrepublik. Die höchste Stufe - die Sonderstufe des Großkreuzes - ist Staatsoberhäuptern vorbehalten.

Kerry: "We're going to be okay"

Steinmeier - der selbst vermutlich im Januar das Auswärtige Amt verlassen wird, um Bundespräsident zu werden - mahnte dazu, die transatlantische Partnerschaft trotz Differenzen weiter zu pflegen. "Dieses Bündnis ist kein beliebiges Zweckbündnis, sondern es ist ein Bündnis von aufgeklärten Demokraten."

Zugleich rief er dazu auf, die "Komfortzonen" der Diplomatie zu verlassen. "Wir müssen über die sozialen Grenzen und die kulturellen Barrieren hinweg: Wir müssen reden!" Dies gelte auch für den Umgang mit der neuen Trump-Regierung. Steinmeier zitierte dazu den scheidenden Präsidenten Barack Obama: "Wir wollen uns zusammensetzen und reden."

Kerry sagte im Hinblick auf Trump, aber auch in Bezug auf die Unsicherheiten in Europa durch den Brexit und das Referendum in Italien, "es wird schon werden". "Wir müssen einfach weiter die Köpfe oben halten, ruhig bleiben und an der gemeinsamen Sache arbeiten. "

Kerry hat in den Fünfzigerjahren zeitweise in Berlin gelebt und spricht immer noch etwas Deutsch. Während seines Abschiedsbesuchs in Deutschland wird der US-Außenminister auch an einer Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Hamburg teilnehmen.

sun/dpa

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