Joschka Fischer zur Bundestagswahl "Eine rot-grüne Perspektive gibt es nicht"

Für Joschka Fischer spielt es angeblich keine Rolle, ob Martin Schulz oder Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnt - weil Rot-Grün ohnehin keine Chance habe. Der Linkspartei wirft er Nationalismus vor.
Joschka Fischer

Joschka Fischer

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

"Ich mache mir über die Kanzlerfrage ehrlich gesagt keine Gedanken": Für Joschka Fischer spielt es angeblich keine große Rolle, welche Partei aus der Bundestagswahl im September als Sieger hervorgeht - und damit auch den Kanzler stellt. "Natürlich, wenn es eine rot-grüne Perspektive gäbe, sähe das für mich als alter Rot-Grüner etwas anders aus", sagte Fischer in Berlin - "aber das gibt es ja nicht."

Nach Ergebnissen verschiedener Umfrageinstitute und des SPON-Wahltrends würde es trotz des Umfragenhochs der SPD nicht für eine rot-grüne Regierungsmehrheit reichen. Union und SPD halten sich jeweils konstant über der 30-Prozent-Marke. Grüne, Linke und FDP verharren bei Werten um die sieben Prozent (lesen Sie hier die komplette Auswertung). Rot-Grün käme auf etwas über 38 Prozent.

Für den einstigen Außenminister und Vizekanzler macht es mit Blick auf die Europapolitik angeblich "keinen großen Unterschied", ob SPD-Hoffnungsträger Martin Schulz oder Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Ruder seien. Das sagte er während einer Veranstaltung von Hamburgs Regierendem Bürgermeister Olaf Scholz, der in Berlin sein Buch "Hoffnungsland" vorstellte.

Wegen der Umfragewerte haben sich Politiker von SPD, Linken und Grünen bereits im Oktober 2016 getroffen, um die Perspektiven für ein solches Bündnis zu erörtern. Davon hält Fischer aber nichts.

"Weil das hieße, dass die Nationalisten von Links in der Bundesregierung wären." Vor allem mit Blick auf die Russland-Politik habe er "keine guten Erwartungen", mit Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht sei "da nicht wirklich ein Staat zu machen".

Sie wollen selbst die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.

mho/dpa