Bayern-Star Regierung hofft noch auf Kimmichs Coronaimpfung

Der Impfstatus von Fußballnationalspieler und FC-Bayern-Profi Joshua Kimmich wird zum Politikum. Jetzt äußerte sich sogar Regierungssprecher Steffen Seibert zur Causa des Kickers.
Joshua Kimmich steht seit der Saison 2015/2016 beim FC Bayern München unter Vertrag

Joshua Kimmich steht seit der Saison 2015/2016 beim FC Bayern München unter Vertrag

Foto: Matthias Koch / imago images/Matthias Koch

Mit Joshua Kimmich ist einer der besten und beliebtesten deutschen Fußballnationalspieler nicht gegen das Coronavirus geimpft. Nun hat sich sogar die Bundesregierung zu dem Thema geäußert. Alle Fragen zu den Impfungen seien natürlich berechtigt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Zu Aspekten wie Art und Wirkung der Impfstoffe oder möglichen Impffolgen gebe es aber »klare und überzeugende Antworten« nationaler und internationaler Experten.

Er hoffe daher, »dass Joshua Kimmich diese Informationen alle noch mal auf sich wirken lässt und sich dann auch vielleicht für die Impfung entscheiden kann«, sagte Seibert. »Denn als einer, auf den Millionen schauen, hätte er dann erst recht Vorbildwirkung.«

Kimmich hatte am Samstag bestätigt, dass er noch ungeimpft sei. Es gebe »ein paar Bedenken – gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht«, hatte der Nationalspieler erklärt. Gleichzeitig schloss er eine Impfung nicht grundsätzlich aus. Es sei »sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse«.

»Überraschende Aussage« von Kimmich

Seibert sagte, sicherlich sei es bei einem Fußballnationalspieler erst einmal nicht anders als bei jedem anderen, weil es eine sehr persönliche Entscheidung sei, sich impfen zu lassen. Gleichwohl gebe es Antworten auf die Fragen, die Kimmich ganz offensichtlich habe. Mit Blick auf dessen generelles Corona-Engagement sprach Seibert von einer »überraschenden Aussage«. Als die Pandemie über Deutschland kam, hatte Kimmich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Leon Goretzka die Initiative ergriffen und mit der Aktion  »We kick Corona « Millionen für karitative Zwecke eingesammelt. Selbst spendete er einen siebenstelligen Beitrag.

Seibert betonte grundsätzlich, von der Zahl der Geimpften hänge es ganz entscheidend ab, wie das Zusammenleben in der Pandemie organisiert werden könne. Das Gesundheitsministerium erläuterte, nach bereits vielen Impfungen seien auch seltene Nebenwirkungen deutlich besser erforscht als bei anderen Impfstoffen. Das für Sport zuständige Innenministerium betonte die grundsätzliche Position, dass Impfungen der einzige nachhaltige Weg aus der Pandemie seien. Letztlich bleibe es aber dabei, dass jeder für sich entscheiden müsse.

Kimmich muss damit leben, nun von Impfgegnern oder Politikern und Agitatoren als Symbolfigur instrumentalisiert zu werden, auch wenn er deren Gedankengut wohl nicht in sich trägt. Unterstützung für seine Impfskepsis erhielt er am Montag etwa von AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Die Entscheidung des Bayern-Profis sei dessen Privatsache und müsse respektiert werden, erklärte Weidel. »Dass Herr Kimmich nun laufend genötigt wird, sich für seine persönliche Entscheidung zu rechtfertigen, ist übergriffig und offenbart eine bedenkliche Ausbreitung von konformistischem Bevormundungsdenken.«

svs/lau/dpa
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