JU-Chef "Es tut mir Leid"

Vielleicht keine neue Hüfte, aber ein neues Rückgrat gefällig? Nach großer Aufregung bat der CDU-Nachwuchspolitiker Philipp Mißfelder wegen seiner Äußerungen über die Behandlung älterer Patienten um Entschuldigung. "Es tut mir Leid, dass ich Gefühle verletzt habe", sagt er nun.

Berlin - "Das ist eine Entschuldigung. Daran ist nichts zu deuteln", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Im Gespräch mit dem Berliner "Tagespiegel" betonte er jedoch: "An meinem Thema Generationengerechtigkeit halte ich fest." Mißfelder hatte unter anderem gesagt, er halte nichts davon, wenn 85-Jährige künstliche Hüftgelenke bezahlt bekämen.

Auf Vorwürfe des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber, Mißfelder solle sich mit der katholischen Soziallehre vertraut machen, um nicht solchen "Unsinn" zu reden, erwiderte der JU-Chef: "Ich äußere mich gerne zu Sachfragen. Aber als einen solchen Beitrag habe ich Stoibers Bemerkung nicht verstanden."

Nach einem Bericht des "Münchner Merkurs" hatte Stoiber im oberbayerischen Königsdorf zu Mißfelders Äußerungen erklärt: "Das ist unter aller Sau. Nichts gegen 23-Jährige - aber der soll erst mal was in seinen Kopf kriegen."

CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer hatte den Chef der Jungen Union zuvor ebenfalls zur Ordnung aufgerufen. "Die Führung der CDU hält die Einlassungen Mißfelders für gänzlich unangebracht, vor allem auch in ethischer Hinsicht", sagte Meyer. Äußerungen dieser Art seien "das glatte Gegenteil dessen", was die CDU mit ihren Plänen für eine Gesundheitsreform vorschlage.

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