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10. April 2000, 12:40 Uhr

Jürgen Rüttgers

Der Zukunftsminister von gestern

Essen - "Der Rüttgers" - wie einen Markenartikel hat die NRW-CDU ihren Hoffnungsträger im Vorwahlkampf zur Landtagswahl im Mai verkauft. Dem "Macher" Wolfgang Clement sollte der "Mensch" Jürgen Rüttgers gegenübergestellt werden. Das Konzept zeigte Erfolg. Die Europawahl im Sommer brachte der Union einen strahlenden Sieg, die Kommunalwahl im Herbst 1999 wurde zum Triumph. Selbst das rote Revier färbte sich zu großen Teilen schwarz.

Jürgen Rüttgers
DPA

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Doch das war vor der Spendenaffäre. Auch die NRW-CDU sackte zu Jahresbeginn in den Umfragekeller. In der Ausländerpolitik und der Inneren Sicherheit kehrt Rüttgers den "Hardliner" heraus. Der Ankündigung der Bundesregierung , ausländische Computerexperten anzuwerben, hielt er entgegen, man solle "Kinder statt Inder an die Computer" holen.

Seine Laufbahn hatte der Jurist beim Städte- und Gemeindebund begonnen. 1987 zog er erstmals in den Bundestag ein. Den vorläufigen Zenit seiner Karriere erreichte Rüttgers, als er 1994 von Kanzler Helmut Kohl zum Chef eines Superministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie ernannt wurde. Als einer der Letzten ging er auf vorsichtige Distanz zum Altkanzler. Falls er den Wahlsieg in NRW verfehlt, will Rüttgers seinen Abgeordnetensessel im Bundestag mit dem des Oppositionsführers im Landtag tauschen.

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