Zum 80. Geburtstag Jürgen Todenhöfer tritt aus CDU aus und will eigene Partei gründen

Nach 50 Jahren tritt der umstrittene Publizist Jürgen Todenhöfer aus der CDU aus – und in seine eigene Partei ein. "Team Todenhöfer" soll bis zur Bundestagswahl fit werden und vor allem auf den Nachwuchs setzen.
Jürgen Todenhöfer (Foto aus dem Jahr 2016)

Jürgen Todenhöfer (Foto aus dem Jahr 2016)

Foto: Ingo Wagner / dpa

Früher saß er für die CDU im Bundestag, dann erklärte er von Facebook aus die Welt – nun will Jürgen Todenhöfer zurück in die Politik. Der Friedensaktivist und Buchautor will an seinem 80. Geburtstag dazu eine neue Partei gründen, verkündete der Jubilar auf Facebook . Entsprechend sei er nun aus der CDU ausgetreten.

Die Auftaktveranstaltung soll am Abend im Rahmen einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin stattfinden. Eine entsprechende Demo unter dem Motto "JT wird 80" mit maximal 1000 Teilnehmern wurde angemeldet.

Das "Team Todenhöfer" wolle bereits zur Bundestagswahl im kommenden Jahr antreten, sagte Todenhöfer der Nachrichtenagentur dpa. Möglicherweise trete seine Partei auch zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg an. Bereits am Mittwoch habe er die CDU über seinen Austritt informiert, erklärte Todenhöfer. Über seine Pläne hatte zuerst die Funke Mediengruppe berichtet.

"Team Todenhöfer" mit vielen Frauen

Die CDU sei nicht mehr seine Partei, er wolle sich für eine "ehrlichere" und "humanistische" Politik einsetzen, führte Todenhöfer aus. Großspenden an Parteien sollten verboten, Rassismus müsse stärker bekämpft werden. Zur Bundestagswahl wolle das "Team Todenhöfer" mit sehr jungen Kandidaten und vielen Frauen antreten.

Todenhöfer gehörte als CDU-Mitglied von 1972 bis 1990 dem Bundestag an. Seit einigen Jahren machte er mit eigenen journalistischen Aktivitäten auf sich aufmerksam.

Vor allem auf seinem Facebook-Kanal hat sich der Ex-Politiker eine treue Leser- und Anhängerschaft aufgebaut. Sein Amt als Herausgeber der Wochenzeitung "Der Freitag" hatte er 2017 nach nur einem Jahr wieder aufgegeben.

Wiederholte Kritik an publizistischen Aktivitäten

Expertinnen und Experten kritisieren die Arbeit des Publizisten. So interviewte er 2012 den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, woraufhin ihm vorgeworfen wurde, einem brutalen Machthaber eine Plattform geboten zu haben.

2015 erschien sein Buch "Inside IS", für das er in die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" beherrschten Gebiete im Irak gereist war. Auch hier warfen ihm Nahost-Kenner vor, vor allem Islamisten Vorschub geleistet zu haben.

mrc/dpa