Jugendkriminalität Berliner Hardliner-Staatsanwalt wird versetzt

Um jugendliche Intensivtäter soll sich Roman Reusch nicht mehr kümmern - Berlins umstrittener Staatsanwalt und Chef der Intensivtäterabteilung wird versetzt. Ein Nachfolger ist schon gefunden.


Berlin - An der Spitze der Intensivtäterabteilung der Berliner Staatsanwaltschaft soll künftig Oberstaatsanwalt Ingo Kühn stehen. Das teilte ein Sprecher der Behörde mit. Roman Reusch, der bisherige und umstrittene Chef der Abteilung, wird versetzt. Reusch werde künftig "auf eigenen Wunsch" in der Generalstaatsanwaltschaft tätig sein.

Reusch hatte mit Äußerungen über kriminelle Jugendliche aus Einwandererfamilien für Aufsehen gesorgt. Der Jurist, in der kontroversen Debatte über Jugendkriminalität von der "Bild"-Zeitung zu "Deutschlands mutigstem Staatsanwalt" gekürt, hatte in einem Vortrag bei der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung unter anderem gefordert, auffällige ausländische Kriminelle sollten "aus dem Verkehr" gezogen werden.

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) hatte ihm daraufhin untersagt, als Vertreter der Berliner Justiz öffentlich aufzutreten.

hen/ddp



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