Bundestagswahlkampf Klöckner wirft Schulz Stimmungsmache vor

Angesichts steigender SPD-Umfragewerte verstärkt die Union ihre Angriffe auf den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner warf ihm vor, Deutschland schlechtzureden.

Julia Klöckner
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Julia Klöckner


Die SPD ist im Aufwind, und die CD scheint nervös zu werden: Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner wirft dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor, die AfD zu stärken. "Wer da wie Herr Schulz sagt, alles sei ungerecht hier, der redet wie die AfD und macht sie stark", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". Auch der Linkspartei nütze eine solche Darstellung. Sie habe aber nichts mit der Realität zu tun.

Klöckner begrüßte aber die neue Position des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann, aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge nach Nordafrika zurückzuschicken. "Vor einem Jahr hat das die Union vorgeschlagen. Mit Getöse von der SPD abgelehnt", sagte sie. Es sei gut, wenn Oppermann nun die Vorschläge von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) übernehme. Sie bezweifele aber, dass er dafür Rückhalt in der eigenen Partei habe.

Klöckner sagte: "Wir wären heute bei der Grenzsicherung, in der Flüchtlingspolitik oder der inneren Sicherheit schon viel weiter, wenn die SPD nicht immer wieder blockiert hätte, auch im Bundesrat."

Zweifel an den guten Umfragewerten

Die verstärkten Attacken der Union auf Schulz und die SPD sind auch Ausdruck zunehmender Unsicherheiten. Seit der Ausrufung seiner Kanzlerkandidatur vor zwei Wochen steigen die Umfragewerte der Sozialdemokraten. Am Montag sah eine Umfrage die SPD erstmals vor der Union. Nach dem für die "Bild"-Zeitung erhobenen Insa-Meinungstrend gewinnt die SPD im Vergleich zur Vorwoche vier Punkte und kommt auf 31 Prozent - CDU/CSU verlieren drei Punkte und kommen auf 30 Prozent.

Der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner bezweifelte die Werte. "Ich glaube dem nicht wirklich", sagte der langjährige Emnid-Mann und jetzige Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Mentefactum, der "Berliner Zeitung". "Durch Nichtstun kann man nicht einen so schnellen Meinungsumschwung erreichen." Gegen einen Sieg der SPD bei der Bundestagswahl im September sprächen ihre Kompetenzwerte sowie ihre Schwäche in Süd- und Ostdeutschland.

jat/dpa

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Seite 1
ogg00 07.02.2017
1. soso
Frau Klöckner ausgerechnet. Hat bisher alles verloren an Wahlen und es ist ihre Partei, die die AfD stark macht, indem sie die Schlechtmenschen hofieren will.
spiegelobild 07.02.2017
2.
Schulz sagt, wie die Zustände sind. Er verschweigt nur, dass er dafür mitverantwortlich ist. Die Leitmedien wenden sich von Merkel ab.
walldemort 07.02.2017
3. Und auf sie muss man wohl hören!
Die Weinprinzessin mit Neigung zum AfD-Sprech ist freilich eine Expertin in Sachen "Stimmungsmache", wenn auch aus der entgegengesetzten politischen Richtung.
mat_1972 07.02.2017
4.
Bundestagswahlkampf: Klöckner wirft Schulz Stimmungsmache vor ... Ja, ganz im Gegensatz zur CDU/CSU (und allen anderen Parteieen auch), die der Bevölkerung auf allen Kanälen immer und aussschliesslich die Wahrheit und nicht als die reine Wahrheit erzählen.... Mal im Ernst: Die müssen doch merken, dass es durch solche Aussagen nur noch schlimmer wird!
supergrobi123 07.02.2017
5. Vielleicht ist es ja auch andersrum?
Vielleicht ist es gar nicht so sehr die Begeisterung für Schulz, sondern die Ablehnung des Unsympathen Gabriel, die nach dessen Angang nun zu verbesserten Umfragewerten führt?
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