Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner spricht sich für schnelles Ende des Tötens männlicher Küken aus

Das massenhafte Töten männlicher Küken bleibt laut Bundesverwaltungsgericht nur vorübergehend erlaubt. Landwirtschaftsministerin Klöckner will der Praxis ein Ende bereiten. Die SPD kritisiert die CDU-Politikerin.

Julia Klöckner (CDU) trifft ihren chinesischen Amtskollegen Han Changfu in Peking
Bernd Schwang/dpa

Julia Klöckner (CDU) trifft ihren chinesischen Amtskollegen Han Changfu in Peking


Julia Klöckner (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, das Massentöten männlicher Küken "so schnell wie möglich" zu beenden. Ihre Position sei schon lange, dass dies ethisch nicht vertretbar sei, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Demnach ist das Kükentöten nur noch vorübergehend zulässig - bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei.

Klöckner betonte, ein solches Verfahren sei auf dem Weg zur Serienreife und werde Brütereien bald flächendeckend zur Verfügung stehen. Alternativen müssten dann aber auch rasch angewendet werden. Sie erwarte von Unternehmen und Verbänden, tätig zu werden. Geplant sei bald auch ein Treffen dazu.

Einbezogen werden müssten zudem die Verbraucher, sagte Klöckner. "Mit ihrer Kaufentscheidung haben sie es letztlich mit in der Hand, ob sich innovative Verfahren durchsetzen oder immer mehr Eier importiert werden." Das Ministerium fördere mit insgesamt mehr als acht Millionen Euro mehrere Verfahren und Initiativen, die das Kükentöten überflüssig machten.

SPD-Politiker kritisieren Klöckner

Kritik an der Landwirtschaftsministerin gab es aus den Reihen des Koalitionspartners SPD: Es sei ein "Armutszeugnis" des Landwirtschaftsministeriums, noch nicht für ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei gesorgt zu haben, teilten die SPD-Agrarexperten Rainer Spiering und Susanne Mittag mit.

Klöckner befindet sich derzeit in China. In Peking unterzeichneten sie und ihr Amtskollege Han Changfu eine Vereinbarung, wonach Deutschland und China ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Agrar und Ernährung ausbauen wollen.

Im Mittelpunkt von Klöckners viertägigem Besuch in China stehen die Kooperation in bilateralen Projekten sowie umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft. Beide Seiten wollen auch die Zusammenarbeit in der Lebensmittelsicherheit stärken.

asa/dpa



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