Lebensmittel Klöckner will Tierwohllabel mit drei Stufen

Agrarministerin Julia Klöckner möchte für das geplante Tierwohllabel für Fleisch im Supermarkt drei Qualitätsstufen festlegen. Bislang waren zwei Qualitätsstufen geplant. Die Teilnahme ist für Landwirte freiwillig.
Agrarministerin Klöckner

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Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Eckpunkte für das geplante staatliche Tierwohllabel für Fleisch im Supermarkt vorgestellt. Die Kennzeichnung für bessere Haltungsbedingungen soll drei Stufen haben, teilte das Ministerium mit. Dabei solle die Eingangsstufe "eindeutig über dem gesetzlichen Standard" liegen. Eine Teilnahme soll für Landwirte freiwillig sein, die Kriterien müssten dann aber verbindlich eingehalten werden. Welche Auflagen die Bauern bei der Tierhaltung im einzelnen für die verschiedenen Einstufungen einhalten müssen, wurde zunächst noch nicht mitgeteilt, es wird zum Beispiel um größere Ställe, bessere Schlachtbedingungen und regelmäßige Fortbildungen der Landwirte gehen.

"Unsere Kennzeichnung wird klar, wahr und verlässlich sein", sagte die CDU-Politikerin. "Wir werden das Label so attraktiv machen, dass viele Landwirte mitmachen und sich dadurch die Haltungsbedingungen der Nutztiere spürbar verbessern."

KIöckner stellte die Eckpunkte nach einem Gespräch mit Vertretern von Tierhaltern, Verbraucherzentralen, Tierschützern und Handel vor. Ziel sei eine breite Beteiligung in Supermärkten und Gastronomie. Mitgenommen werden sollten insbesondere Bauern, die bei der seit 2015 bestehenden "Initiative Tierwohl" mitmachen. Dabei erhalten Landwirte für Zusatzleistungen Geld aus einem Fonds, in den Supermarkt-Ketten einzahlen. Geplant ist eine staatliche Förderung für Stall-Umbauten und eine Werbekampagne

Verzicht auf Schwarz-Rot-Gold

Klöckners Vorgänger Christian Schmidt (CSU) hatte Kriterien für das Label erarbeitet, es bis zur Bundestagswahl aber nicht umgesetzt. Sein Konzept hatte noch zwei Stufen vorgesehen - eine Eingangs- und eine Premiumstufe. Klöckner will außerdem auf die bisher auf dem Logo angedachte schwarz-rot-goldene Flagge verzichten. Dies könne von Verbrauchern fälschlich als Angabe zur Herkunft verstanden werden.

Bisher geht es beim Tierwohllabel vorrangig um die Haltung von Schweinen. Zum einen, weil das geplante Gütesiegel erst später auf Geflügel ausgeweitet werden soll - zum anderen, weil die Branche mit besonders vielen Problemen zu kämpfen hat.

Das Label, das bis 2021 in die Supermärkte kommen soll, wird vor allem dafür kritisiert, dass die Teilnahme freiwillig ist. Fleisch mit dem Siegel würde deshalb weiter in Konkurrenz mit Billigfleisch stehen. Gutachter haben deshalb das Marktpotenzial nur auf 20 Prozent beziffert. Eine grundsätzlich andere Tierhaltung wäre nur mit schärferen Gesetzen realisierbar.

cpa/dpa
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