Chefredakteur Hrafnsson WikiLeaks kritisiert Verhaftung von Assange als "politisch motiviert"

Als "widerlich und entwürdigend" bezeichnet WikiLeaks-Chef Kristinn Hrafnsson im SPIEGEL das Vorgehen gegen Julian Assange. Dessen Festnahme sei lange geplant gewesen. Und er fürchtet, dass weitere Schritte folgen.

Kristinn Hrafnsson erhebt schwere Vorwürfe
Jack Taylor/ Getty Images

Kristinn Hrafnsson erhebt schwere Vorwürfe


Der Chefredakteur von WikiLeaks, Kristinn Hrafnsson, kritisiert die Verhaftung von Julian Assange als "lange geplante und absehbare, politisch motivierte Aktion". In seinem ersten Interview nach der Festnahme des WikiLeaks-Gründers sagt der isländische Journalist in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL: "Ich bin überzeugt, dass der Kampf für die Freiheit von Julian Assange der bisher größte Kampf für die Pressefreiheit im 21. Jahrhundert ist." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch bei SPIEGEL+.)

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Als "widerlich und entwürdigend" bezeichn et Hrafnsson die Verhaftung von Assange durch britische Polizisten in der Botschaft von Ecuador in London am 11. April. "Schockierend " sei auch "die Intensität der Überwachung" durch Sicherheitskräfte und Diplomaten gewesen, der Assange in den fast sieben Jahren seines Asyls in der Botschaft ausgesetzt gewesen sei.

Julian Assange am 11. April nach dem Verlassen der Botschaft
Jack Taylor/Getty Images

Julian Assange am 11. April nach dem Verlassen der Botschaft

Hrafnsson ist sich sicher, dass es nicht bei der bislang von der US-Regierung vorgelegten Anklage gegen Assange wegen Computereinbruchs bleiben wird. "Es wäre naiv zu glauben ", so der WikiLeaks-Chefredakteur, "dass keine weiteren Vorwürfe hinzugefügt würden, sobald sich Assange auf amerikanischem Boden befindet."

Assange, gegen den die US-Regierung ein Auslieferungsbegehren gestellt hat, droht laut Hrafnsson noch eine Anklage wegen Spionage, die im schlimmsten Fall die Todesstrafe nach sich ziehen könne.

Der gebürtige Australier war von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden, nachdem das südamerikanische Land das politische Asyl aufgehoben hatte. Er war 2012 in die diplomatische Vertretung geflüchtet.

Weil er gegen seine Kautionsauflagen verstoßen hat, wurde Assange zudem am Mittwoch zu 50 Wochen Haft verurteilt. Das entschied der Southwark Crown Court in London. Andere mögliche Straftatbestände wurden bei diesem Prozess nicht verhandelt.

An der Philosophie der 2006 von Assange gegründeten Enthüllungsplattform hält Hrafnsson fest: "WikiLeaks beweist, dass die Macht von Idealen auf die Dauer stärker ist als die Macht von Imperien".

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mbs

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Zersetzungsopfer 04.05.2019
1. Und das zum Tag der Pressefreiheit
Wenn Assange den Amerikanern in dfie Hände fällt ist er WEG. Die Journalisten der Welt und nicht einzelne Personen sollten sich AUFREGEN! Über diese Merkel und Gauck Gate haben sich bis jetzt drei Justiz-minister ausgeschwiegen und schweigen weiter. Nur von der Presse und Medien hängt es nun ab WIE LANGE NOCH!? https://adamlauks.com/2019/05/04/final-countdown-has-just-begun-after-torture-in-gdr-prisons-came-the-white-torture-in-united-germany-by-united-intelligence-and-united-ijustice/
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