Justiz Hüllen beging eindeutig Selbstmord


Der Tod des CDU-Fraktionsmitarbeiters Wolfgang Hüllen geht nach Einschätzung der Berliner Staatsanwaltschaft eindeutig auf Selbstmord zurück. Das Verfahren zur Prüfung der Todesumstände sei abgeschlossen und Hüllens Leiche bereits seit Freitag freigegeben, sagte die Berliner Justizsprecherin Michaela Blume am Dienstag. Schon die äußere Leichenschau am Fundort habe keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden ergeben. Deshalb sei eine Obduktion von Hüllens Körper nicht notwendig gewesen, sagte Blume.

Die Familie des CDU-Finanzfachmanns Hüllen, der am 20. Januar erhängt in seiner Wohnung in Berlin-Steglitz gefunden worden war, hatte am Wochenende Zweifel an der Selbstmordthese geäußert. Nach Blumes Worten hinterließ Hüllen zwei Abschiedsbriefe, einen an seine Familie und einen an den Unions-Fraktionsgeschäftsführer Joachim Hörster. Das Schreiben an Hörster sei ein Beweisstück in den Ermittlungen, die klären sollen, ob Hüllen an Untreuehandlungen beteiligt war. Dafür gibt es laut Blume einen Anfangsverdacht. Die Ermittlungen dazu hätten aber gerade erst begonnen.

Der Anwalt der Hüllens, Wolfgang Wackers, hatte am Wochenende gesagt, die Familie verlange eine Obduktion, weil bisher nicht erwiesen sei, dass es sich wirklich um einen Freitod handele. Nach Medienberichten soll sich Hüllen in seinen Abschiedsbriefen selbst der Untreue bezichtigt haben. Mit den Vorwürfen und der Schuld wolle er nicht mehr weiterleben.



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