Bundesjustizminister Buschmann will mehr Gestaltungsfreiheit bei Familiennamen

Im Koalitionsvertrag kündigte die Ampelregierung eine Liberalisierung des Namensrechts an. Nun wird der Bundesjustizminister konkreter.
Bundesjustizminister Marco Buschmann

Bundesjustizminister Marco Buschmann

Foto: Thomas Trutschel / AP

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat eine umfassende Reform des Namensrechts angekündigt, die den Bürgerinnen und Bürgern bei der Wahl von Doppelnamen mehr Freiheiten gibt.

»Wir müssen uns beim Namensrecht einer sich verändernden Gesellschaft öffnen«, sagte Buschmann der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Das heutige Namensrecht sei »ein großes irrationales Durcheinander«.

Die Ampelregierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine Liberalisierung des Namensrechts vereinbart, aber nur wenige Details genannt. Nun wird der Justizminister konkreter.

Mehr Freiheit bei Doppelnamen?

»Wir müssen den Menschen mehr Gestaltungsfreiheit beim Familiennamen überlassen, weil wir sonst zu absurden Ergebnissen kommen, die doch ernsthaft keiner mehr wollen kann«, forderte Buschmann.

Ehepartner könnten keinen gemeinsamen Doppelnamen annehmen, die gemeinsamen Kinder könnten das auch nicht. Das Namensrecht gestatte nur, dass ein Ehegatte nach der Eheschließung seinen Namen dem gemeinsamen Ehenamen beifügt.

Noch komplizierter werde es nach Scheidungen, sagte Buschmann weiter. »Erwachsene Kinder müssen heute manchmal gegen ihren eigenen und den Willen eines Elternteils den Familiennamen eines Stiefelternteils behalten, mit dem sie nichts mehr zu tun haben«, sagte der Minister.

Der Name sei eine sehr persönliche Angelegenheit, so Buschmann. »Und ich traue den Menschen zu, eine für sie passende Lösung selbst zu finden.«

che/AFP
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