Medienbericht Thüringer GdP-Chef legt nach Vorwurf sexueller Übergriffe sein Amt nieder

Die Erfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Thüringer GdP-Chef Kai Christ wegen sexueller Belästigung. Nach SPIEGEL-Informationen soll er eine Mitarbeiterin zum Oralverkehr gedrängt haben – nun tritt er zurück.
GdP-Chef Kai Christ

GdP-Chef Kai Christ

Foto: Bodo Schackow / dpa-Zentralbild / picture alliance

Er soll einer Kollegin an die Brüste und in den Schritt gefasst haben, einmal soll er sie zum Oralsex gedrängt haben. Nun ist der Thüringer Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Kai Christ, von seinem Amt zurückgetreten. Das hat er dem MDR auf Anfrage bestätigt . Der Rücktritt erfolgt nach Enthüllungen des SPIEGEL  zu Vorwürfen der sexuellen Belästigung durch Christ.

Der Gewerkschafter soll eine – inzwischen ehemalige – GdP-Mitarbeiterin mehrfach bedrängt haben. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt wegen des Vorwurfs »Sexueller Übergriff (Ausnutzung des körperlichen oder psychischen Zustands)«, das ergibt sich aus Schreiben, die dem SPIEGEL vorliegen. Demnach soll Christ die Betroffene in ihrem Büro in der Geschäftsstelle belästigt haben. Einmal soll er, als er morgens zur Arbeit gekommen sei, seinen Penis aus der Hose geholt und zu ihr gesagt haben: »Sag guten Morgen zu ihm.«

»So sagt man Danke bei der GdP«

Als sie sich ein anderes Mal für Gummibärchen bedankt habe, habe sich die Szene wiederholt: »So sagt man Danke bei der GdP«, soll Christ mit entblößtem Penis gesagt haben. Bei einer Weiterbildung soll er sie, obwohl sie betrunken gewesen sei, zum Oralsex gedrängt haben. Der Fall des GdP-Landesvorsitzenden hat doppelte Brisanz: Christ soll jener Frau, die ihn jetzt beschuldigt, einen 450-Euro-Job und dann eine halbe Stelle bei der GdP besorgt haben. Zuvor hatten die beiden bereits sexuellen Kontakt.

Christ bestreitet die Vorwürfe und hat über seinen Anwalt Akteneinsicht beantragt. Die Rücktrittserklärung hatte Christ in einer Sitzung des geschäftsführenden Landesvorstands abgegeben, der seit Freitagmorgen getagt hatte. Bereits am Donnerstag hatten mehrere Kreisgruppenchefs seinen Rücktritt vom Amt gefordert.

Die betroffene Frau hatte den Thüringer GdP-Chef vor einem Jahr angezeigt.

mrc
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