Kamikaze-Anschläge Atomkraftwerke werden wegen Terror-Gefahren überprüft

Fast eineinhalb Jahre nach den Terrorattacken auf das World Trade Center lässt die Bundesregierung sämtliche deutschen Atomkraftwerke auf deren Sicherheit überprüfen: Sind die Betonmäntel stark genug für gezielte Flugzeugabstürze?


AKW Mühlheim-Kärlich
AP

AKW Mühlheim-Kärlich

Hamburg - Die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) habe inzwischen Modellrechnungen für Angriffe mit abstürzenden Passagierflugzeugen erstellt, sagte Trittin (Grüne) in Berlin. Die Regierung will vermeiden, dass im Falle eines Angriffs nach der Art der Attacken vom 11. September 2001 auf das Pentagon oder das World Trade Center Atomkraftwerke zerstört werden, und es durch austretende Radioaktivität zum Tod von Tausenden von Menschen kommen könnte. Die derzeitig durchgespielten Modellrechnungen müssten nun mit Blick auf die einzelnen Reaktoren gemeinsam mit den zuständigen Landesministerien ausgewertet werden, sagte Trittin.

Noch in dieser Woche will Trittins Ministerium mit Kraftwerksbetreibern sprechen, in der folgenden Woche dann mit den Landesministerien, sagte der Minister, der für die Reaktorsicherheit zuständig ist. Die Reaktoren seien gegen Flugzeugabstürze unterschiedlich geschützt. Noch könnten keine Angaben über möglicherweise notwendige Nachrüstungen bei den Meilern gemacht werden, sagte Trittin. Erst müssten die Überprüfungen abgeschlossen werden.

Trittin betonte, beim Genehmigungsverfahren für die dezentralen Atommüll-Zwischenlager sei das extreme Szenario eines Angriffs mit Flugzeugen berücksichtigt. Bereits genehmigt sind die dezentralen Zwischenlager in Lingen und Grohnde (beide liegen in Niedersachsen), mehrere andere sind beantragt.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.