Rentenkonzept gegen Altersarmut Merkel will private Vorsorge fördern

Angela Merkel geht im Rentenstreit in die Offensive: Die Kanzlerin kündigt ein Konzept zur Bekämpfung von Altersarmut an - dabei solle es um Anreize für private Vorsorge gehen. Das Modell von Arbeitsministerin von der Leyen dürfte damit endgültig vom Tisch sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Das werden sie bald erfahren"
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Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Das werden sie bald erfahren"


Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel will in Kürze ein Konzept zur Bekämpfung von Altersarmut vorlegen. "Das werden sie bald erfahren, wie das aussieht", kündigte Merkel am Dienstag beim Tag der Deutschen Industrie in Berlin an. An die Rente mit 67 will die Kanzlerin nicht herangehen. Auch eine Absenkung des Rentenniveaus sei nicht geplant. An diesen Parametern werde die Regierung im Gegensatz zur SPD, die das diskutiert, nichts ändern, sagte die CDU-Vorsitzende.

In ihrem Konzept werde die Regierung nicht an die Rentenbeiträge oder die Renteneinnahmen herangehen. Vielmehr gehe es um Anreize, sich privat zu versichern, und Anreize, damit die gesetzliche Rentenversicherung nicht ihre Akzeptanz verliere.

Ein zukunftsträchtiges Rentenkonzept müsse darlegen, was angesichts des abgesenkten Rentenniveaus getan werden müsse, damit die Rente in Zukunft auch für Arbeitnehmer mit Durchschnittsgehalt angemessen sei, sagte Merkel. So müsse ein Arbeitnehmer nach 45 Jahren Einzahlung in die gesetzliche Rente besser gestellt sein als diejenigen, die nie in das System eingezahlt hätten. "Da brauchen wir die private Vorsorge, und da brauchen wir auch eine faire Betrachtung der privaten Vorsorge, die man geleistet hat in der Kombination mit der erarbeiteten Rente im gesetzlichen Rentensystem", sagte die Kanzlerin. In der SPD gibt es derzeit erheblichen Widerstand von der Parteilinken gegen die Rentenpläne von Parteichef Sigmar Gabriel.

Merkels Vorstoß ist auch als Absage an den umstrittenen Vorstoß von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu verstehen. Die Ministerin macht sich für eine Zuschussrente stark, stößt damit in den eigenen Reihen aber auf erhebliche Vorbehalte. Auch Merkel hatte sich zuletzt von ihrer Arbeitsministerin distanziert.

Auch die CSU ist gegen das Zuschussrenten-Modell der Ministerin und will ihr Nein auf ihrem Parteitag im Oktober festschreiben. In einem Leitantrag sollen die voraussichtlich rund tausend Delegierten eine andere Linie beschließen: "Die Grundsicherung ist eine Fürsorgeleistung, die wir nicht in die Rente implantieren wollen, sondern die steuerfinanziert neben der Rente besteht", hatte Parteichef Horst Seehofer am Montag nach einer CSU-Vorstandssitzung in München gesagt. Das bedeute ein Nein zur Zuschussrente.

Im Kampf gegen Altersarmut favorisiert die CSU ein anderes Modell: die höhere Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Die Rente müsse "Spiegel der Lebensleistung" bleiben, sagte Seehofer dazu. "Deshalb werden wir dafür eintreten, die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder stärker zu berücksichtigen."

hen/Reuters/dpa

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seine-et-marnais 25.09.2012
1. Ausgeschlossen
Zitat von sysopDPAAngela Merkel geht im Rentenstreit in die Offensive: Die Kanzlerin kündigt ein Konzept zur Bekämpfung von Altersarmut an - dabei solle es um Anreize für private Vorsorge gehen. Das Modell von Arbeitsministerin von der Leyen dürfte damit endgültig vom Tisch sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-altersarmut-merkel-will-private-vorsorge-foerdern-a-857821.html
Ausgeschlossen von der Merkelschen Bekämpfung der Altersarmut bleiben wohl wieder alle Deutschen die ins Ausland verzogen sind. Denn die können diese 'Vorteile' nicht nutzen, aber die Kürzungen schlagen bei ihnen voll durch. Die Auslandsdeutschen in Europa werden bei der Rente wieder mal abgezockt nach dem Motto, alles für Europa und nichts für die Europäer (Deutsche oder Nichdeutsche) die Rentenansprüche in Deutschland haben, aber ins Ausland verzogen sind.
fuenfringe 25.09.2012
2. Na geil
Zitat von sysopDPAAngela Merkel geht im Rentenstreit in die Offensive: Die Kanzlerin kündigt ein Konzept zur Bekämpfung von Altersarmut an - dabei solle es um Anreize für private Vorsorge gehen. Das Modell von Arbeitsministerin von der Leyen dürfte damit endgültig vom Tisch sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-altersarmut-merkel-will-private-vorsorge-foerdern-a-857821.html
Da weiß man doch schon, wer profitiert: nur die, die es sich leisten können, privat vorzusorgen. Das wird wieder ein gesellschaftliches Spaltungsprogramm, das mehr Menschen in Armut drängt.
aras62 25.09.2012
3. optional
..... wovon sollen viele Vorsorge für die Rente zahlen. Die nicht einmal den Mindestlohn erreichen. Zum anderen will der Staat doch nur ans Geld der Leute. Geht der einzelne dann in Rente, schaut er blöd "ins den Ofenloch". Besser ist - jeden Monat etwas unter die Matratze zu legen.
Maya2003 25.09.2012
4.
Zitat von sysopDPAAngela Merkel geht im Rentenstreit in die Offensive: Die Kanzlerin kündigt ein Konzept zur Bekämpfung von Altersarmut an - dabei solle es um Anreize für private Vorsorge gehen. Das Modell von Arbeitsministerin von der Leyen dürfte damit endgültig vom Tisch sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-altersarmut-merkel-will-private-vorsorge-foerdern-a-857821.html
Wie gehabt - "privat" vorsorgen damit die Versicherer und Banken einen netten Zugewinn haben. Merkel ist doch immer wieder für Überraschungen gut :) Sie arbeitet auftragsgemäß. Mit dem designierten Vizakanzler Stein/brück/meier wird wohl eine Einigung in die oben genannte Richtung kein Problem sein - und Herr Maschmeyer wird sicher bei den Seeheimern beratend tätig sein.
mz22 25.09.2012
5. Anreize für private Vorsorge?
Na ja, das hatten wir doch schon mal gehabt, alles sollte Riestern und was ist daraus geworden? Ne ne Frau Merkel, verarschen können Sie sich selbstz
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