Kampf gegen Rechts Immer mehr Promis wollen "Gesicht zeigen"

Iris Berben, Maybrit Illner, Rainer Hunold und Henry Maske - das sind nur einige von vielen Prominenten, die die bundesweite Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unterstützen.

Von Harriet Dreier


"Das Ziel unserer Initiative ist es, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Fremdenfeindlichkeit geächtet wird", erklärt Uwe-Karsten Heye die Aktion "Gesicht Zeigen!". Unter dem Eindruck des Anschlags von Düsseldorf und angesichts der zunehmenden rechten Gewalt in Deutschland hat der Regierungssprecher zusammen mit Paul Spiegel, Michel Friedman, Sophia Oppermann und anderen den Verein "Gesicht Zeigen!" gegründet. Eine bundesweite Initiative, die Menschen ermutigen möchte, gegen rechte Gewalt aktiv zu werden. 500 Gruppen, Verbände, Organisationen und auch Einzelpersonen zählen bereits zu den Unterstützern." Ich hoffe, dass dieser kleine Anfang sich im Schneeballsystem ausbreitet. Nur Gesicht zeigen reicht nicht. Ich wünsche mir, dass die Liste unseres Beirates immer länger wird, damit Menschlichkeit mehr als nur ein Wort ist", erklärte Friedman im Haus der Kulturen.

"Gesicht zeigen!" Uwe-Karsten Heye, Maybrit Illner, Henry Maske, Iris Berben, Michel Friedman.
Foto: Hercher

"Gesicht zeigen!" Uwe-Karsten Heye, Maybrit Illner, Henry Maske, Iris Berben, Michel Friedman.

Viele Prominente wollen Gesicht zeigen und als Vorbilder Initiativen vor Ort den Rücken stärken. Die Liste der bekannten Namen ist lang: unter anderen solidarisierten sich mit den Zielen des Vereins Franz Beckenbauer, Doris Schröder-Köpf, Fritz Pleitgen, Bärbel Schäfer, Edzard Reuter, Christa Wolf, Rainer Hunold, Alfred Biolek, Katarina Witt und Heiner Geißler. Günther Jauch hat beispielsweise eine Patenschaft für das Projekt "Straßenfußball für Toleranz" übernommen, Veronica Ferres unterstützt "SOS Rassismus" in ihrer Heimatstadt Solingen, Henry Maske hat das Internet-Projekt "Gesicht Zeigen! Deutsche Bilder" ins Leben gerufen. Iris Berben hält mit ihrem Sohn Oliver Lesungen "Mama, was ist Auschwitz?". "Rechtsextremismus ist keine neue Erfahrung für mich. Ich bin seit 26 Jahren mit einem jüdischen Mann verheiratet", sagte Berben. Aktionen wie diese sollen selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft werden und keine modische Attitüde - das wäre schrecklich."

Die Initiative unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau versteht sich als Mittler: Der Verein will Menschen und Initiativen zusammenbringen, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit organisieren wollen. "Gesicht Zeigen!" initiiert öffentliche Kampagnen gegen Rechtsextremismus durch Plakate, Kinowerbungen und Anzeigen in TV und Rundfunk. Auch Maybrit Illner unterstützt die Aktion: "Wir sind selbst dafür verantwortlich, wie wir leben und müssen etwas für unsere Gesellschaft tun. Es gibt viele Vereine, die Unterstützung brauchen, und sei es auch nur finanziell."

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