Kanzleramtsakten Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Eigentlich wollte die Bonner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zu den verschwundenen Akten im Kanzleramt einstellen. Jetzt gebe es aber noch "einige Nachfragen". Als Zeuge soll der vom Kanzleramt eingesetzte Ermittler Burkhard Hirsch befragt werden.


Berlin - Burkhard Hirsch solle nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub im August erstmals auch persönlich befragt werden. Wie lange die Ermittlungen nun noch dauern würden, könne er nicht abschätzen, sagte der Sprecher der Behörde Fred Apostel.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Januar angekündigt, die Ermittlungen gegen den früheren Abteilungsleiter im Kanzleramt Hans-Achim Roll einzustellen. Dagegen hatte sich die neue Regierung gewandt und in einem Brief Anfang Juni auf eine Fortsetzung der Ermittlungen gedrängt. Sie hatte Roll angezeigt, weil sie diesen auf Grund von Hirschs Bericht für die Löschung von rund zwei Dritteln des Datenbestands des Kanzleramts vor dem Regierungswechsel 1998 verantwortlich macht. Hirsch zufolge fehlen unter anderem Akten, die im Zusammenhang mit der Parteispendenaffäre der CDU stehen.

Nachdem die geplante Einstellung des Verfahrens bekannt geworden war, waren beim zuständigen Generalstaatsanwalt rund 13.000 Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Entscheidung der Bonner Ermittler eingegangen.



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