Kanzlerbesuch in Rumänien Schröder legte Blumen ans Grab seines Vaters

Von der Öffentlichkeit abgeschirmt hat Gerhard Schröder in Rumänien erstmals das Grab seines im Krieg gefallenen Vaters Fritz besucht. Der Kanzler legte auf dem Friedhof ein Blumengebinde nieder.


Grab in Ceanu Mare: Erst vor drei Jahren erfuhr Gerhard Schröder, dass sein Vater hier begraben ist
AP

Grab in Ceanu Mare: Erst vor drei Jahren erfuhr Gerhard Schröder, dass sein Vater hier begraben ist

Ceanu Mare - Schröder verharrte nach Angaben aus Delegationskreisen in dem kleinen rumänischen Dorf Ceanu Mare einige Minuten still an der letzten Ruhestätte seines Vaters, der 1944 im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen war. Dann legte er an dem Soldatengrab unbeobachtet von Kameras ein Blumengebinde nieder. Er habe versuchte die Namen der gefallenen Soldaten auf dem Marmorstein zu lesen, hieß es. Schröder habe das Grab seines Vaters nach Angaben von Bürgermeister Gavrilla Oros so vorgefunden, "wie es immer ist". "Die Blumen werden jedes Jahr neu gepflanzt", erzählte er. Der Friedhof war von den Rumänen weiträumig abgesperrt worden.

Insgesamt 30 Minuten dauerte der Besuch Schröders in der Gemeinde mit 4500 Einwohnern. Zahlreiche Schaulustige und Medienvertreter hatten dort die Ankunft des deutschen Regierungschefs erwartet. Schröder wurde mit Beifall und Rufen begrüßt. Der beschauliche Ort in Siebenbürgen hatte sich nach Angaben von Oros intensiv auf den hohen Besuch vorbereitet. So waren eigens der Rathausplatz gepflastert und andere Häuser instandgesetzt worden.

Schröder hatte die erst im Jahr 2001 durch Nachforschungen seiner Schwester ausfindig gemachte Grabstätte bereits vor drei Jahren besuchen wollen, musste jedoch wegen der Ereignisse vom 11. Septembers 2001 die Reise absagen. Der Kanzler hat seinen Vater Fritz nie kennen gelernt. Der junge Gefreite starb im Alter von 32 Jahren wenige Monate nach der Geburt seines Sohnes.

Fritz Schröder: Der Vater des Kanzlers fiel 1944
REUTERS

Fritz Schröder: Der Vater des Kanzlers fiel 1944

Schröder besuchte auch die Kirche des Ortes und traf sich im Rathaus mit Bürgermeister Gavrila Oros. Der Dorfjugend brachte der Kanzler als Geschenke ein Netz mit Fußbällen, zwei Tischtennisplatten und einen Computer mit.

Zur Begrüßung wurden dem deutschen Gast die traditionellen Begrüßungsgaben Brot und Salz überreicht. Schröder wurde nach Ceanu Mare von dem rumänischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase begleitet, der vor dem Friedhof auf den Kanzler wartete.

Der Kanzler reiste anschließend nach Bukarest zurück, wo er am Vormittag gelandet war. Dort standen am Nachmittag Gespräche mit der Regierung sowie Unternehmern auf dem Programm.



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