Kanzlerkandidaten-Quartett Wer sticht Merkel aus?

Das Rennen ist offen. Bleibt Angela Merkel Kanzlerin? Oder ist in zwei Jahren einer der "Stones" aus der SPD dran? Vielleicht sogar ein Grüner, Jürgen Trittin? Die Kanzlerkandidaten-Debatte ist verworren - SPIEGEL ONLINE hilft mit einem nicht ganz ernstgemeinten Kartenspiel.

Von , und Annelie Naumann


Berlin - Angela Merkel will. Ihr Ansinnen, 2013 um eine weitere Amtszeit zu kämpfen, hat die Kanzlerin jüngst mit der ihr eigenen Interpretation von Leidenschaft so ausgedrückt: "Also ich hoffe doch, dass ich einen Gegenkandidaten von der SPD bekomme zur nächsten Bundestagswahl." Tatsächlich wird sie den bekommen. Aber vielleicht auch noch den ein oder anderen mehr.

Denn in Deutschland ist längst nicht mehr selbstverständlich, was über Jahrzehnte galt. Nicht nur, dass sich ein stabiles Fünf-Parteien-System herausgebildet hat. Mehr noch: Im neuen Polit-Kosmos der Republik haben plötzlich nicht mehr nur die drei Volksparteien - CDU, SPD, CSU - Chancen auf die Kanzlermacht, sondern auch die Grünen. Anders als bei der FDP mit Guido Westerwelle im Wahlkampf von 2002 könnte es 2013 um mehr gehen als eine Spaßkandidatur.

So oder so - für Merkel sieht es augenblicklich nicht gut aus. Einer Forsa-Umfrage zufolge liegt Rot-Grün nun bei 48 Prozent. Union und FDP dagegen bringen es zusammen auf nur noch 35 Prozent. Schon vor ihrer Abreise in die Südtiroler Sommerfrische hat die Kanzlerin mit gewisser Dankbarkeit aufs Grundgesetz verwiesen: "Ist ja kein Zufall, dass nicht alle zwei, sondern alle vier Jahre gewählt wird."

Ja, ein bisschen Zeit bleibt noch für die Aufholjagd. Für SPIEGEL ONLINE die Möglichkeit, all die potentiellen Kanzlerkandidaten schon jetzt gegeneinander antreten zu lassen: virtuell und nicht ganz ernstgemeint.

Wer könnte Merkel herausfordern? Natürlich, zuerst einmal sind da die "Stones" aus der SPD: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Steinmeier ist schon 2009 gegen Merkel angetreten, Steinbrück würde gern der neue Helmut Schmidt werden. Vielleicht ist auch noch mit Parteichef Sigmar Gabriel zu rechnen. Der aber ist in der Bevölkerung vor allem: unbeliebt.

Dann die Grünen. Jürgen Trittin, der Fraktionschef, wäre ein heißer Anwärter. Aber auch die Co-Fraktionsvorsitzende Renate Künast hätte den nötigen Ehrgeiz, genau wie Parteichef Cem Özdemir. Joschka Fischer, das alte Schlachtross der Grünen, ist enorm populär - und hat bereits abgewunken. Meint er das ernst?

Und wenn Angela Merkel massiven Gegenwind aus der eigenen Partei bekommt? Wenn manch Unionsgrande die immer weiter bröckelnden Umfragewerte nicht mehr hinnehmen will und die CSU aus dem Süden Stunk macht? Den Kanzler jedenfalls könnten auch die Christdemokraten Thomas de Maizière oder Norbert Röttgen geben.

War's das? Keineswegs. FDP und Linke müssen auch mitspielen. Sonst wäre es langweilig. Auch wenn sich die Liberalen momentan mit der Fünfprozenthürde einen einsamen Zweikampf liefern, sollen sie doch wenigstens einen Kartenspiel-Kandidaten stellen dürfen: Weil Guido Westerwelle schon einmal durfte, mag dies nun FDP-Chef Philipp Rösler übernehmen. Und für die Linke? Klaus Ernst oder Gesine Lötzsch? Nein, da muss Oskar Lafontaine ran. Der war schließlich schon mal Kanzlerkandidat der SPD.

Dann kann es losgehen. Wer sticht wen aus im Rennen ums Kanzleramt. Klar ist: Keiner ist unschlagbar. Probieren Sie es aus!



insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
shokaku 08.08.2011
1. Hier könnte ein Titel stehen
Zitat von sysopDas Rennen ist offen. Bleibt Angela Merkel Kanzlerin? Oder ist in zwei Jahren einer der "Stones" aus der SPD dran? Vielleicht sogar ein Grüner, Jürgen Trittin? Die Kanzlerkandidaten-Debatte ist verworren - SPIEGEL ONLINE hilft mit einem nicht ganz ernst gemeinten Kartenspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777685,00.html
Vollkommen belanglos. Die deutsche Politik wird eh in Paris gestaltet.
deppvomdienst 08.08.2011
2. Es wäre ja schon fast ein Erfolg, ...
Zitat von sysopDas Rennen ist offen. Bleibt Angela Merkel Kanzlerin? Oder ist in zwei Jahren einer der "Stones" aus der SPD dran? Vielleicht sogar ein Grüner, Jürgen Trittin? Die Kanzlerkandidaten-Debatte ist verworren - SPIEGEL ONLINE hilft mit einem nicht ganz ernst gemeinten Kartenspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777685,00.html
... wenn es bei dieser Auswahl bliebe! Schaut man sich an, wie tief die Krise ins demokratische System einschneidet, ist die Angst vor politischer Revolution nicht unbegründet. In kaum noch einem Land hat die politische Klasse noch das Vertrauen der Bevölkerung. Mit dem Ende der Scheckbuch-/Staatsverschuldungs-Politik geraten die Demokratien insgesamt in die Krise - egal wo: Unruhen hier, nationale Populisten da, ... Am Wochenende haben sich Israel und Großbrittanien in die Krisenländer eingereiht. Mal sehen, wann die Pariser Vororte wieder brennen, wann es in Belgien wieder losgeht, wie die Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen, ... ihren Unmut artikulieren. Vor 15 Jahren hat sich Italien schon einmal seiner politischen Klasse weitgehend entledigt - und dann kam Berlusconi! Eine beängstigende Entwicklung ...
Doctor Feelgood 08.08.2011
3. Warum sollten wir....
überhaupt irgendeiner dieser Polit-Nieten noch eine Stimme geben? Etwas Besseres als deren ruinöse Einheitspolitk können wir allemale finden!
Nemetz 08.08.2011
4. jomei
Zitat von sysopDas Rennen ist offen. Bleibt Angela Merkel Kanzlerin? Oder ist in zwei Jahren einer der "Stones" aus der SPD dran? Vielleicht sogar ein Grüner, Jürgen Trittin? Die Kanzlerkandidaten-Debatte ist verworren - SPIEGEL ONLINE hilft mit einem nicht ganz ernst gemeinten Kartenspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777685,00.html
........also ich trete fuer Frau ROTH ein. 1. Amtshandlung: Unbegrenzte Schengen-Visa fuer alle Schwarzafrikaner. 2. Amtshandlung: Unbegrenzter Rettungsschirm fuer die USA, Spanien, Frankreich und Italien. 3. Amtshandlung: Entindustralisierung Deutschlands und unter Strafandrohung Zwangsverpflichtung, per Laufrad jeden Tag pro Kopf 5 kwh zu ertreten. Noch Fragen?!
elbröwer 08.08.2011
5. stabiles Fünf-Parteien-System?
Die FDP wird, so hofft die gesamte Bevölkerung der BRD, bald von der politischen Bühne verschwinden, die Linke soll verboten werden, so hat irgend ein bayrischer Hinterwäldler gerade verkündet und bei Richtern der BRD weiß man ja nie.
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