Kanzlerkandidatur CSU geht auf Distanz zu Merz

Friedrich Merz sieht sich weiterhin als möglichen Kanzlerkandidaten der Union. Bei der CSU kamen die Aussagen des Fraktionschefs allerdings nicht so gut an.


Selbstsicher: Friedrich Merz
AP

Selbstsicher: Friedrich Merz

Berlin - "Es liegt in der Natur der Sache, dass der Fraktionsvorsitzende in Frage kommt", sagte Merz mit Blick auf die Bundestagwahl 2002. Wer letztlich von der Union nominiert werde, interessiere ihn derzeit überhaupt nicht, fügte er jedoch gleich hinzu. Es müsse jetzt erst einmal die Sacharbeit gemacht werden, um CDU und CSU 2002 eine Siegchance zu eröffnen. Die Kanzlerkandidatur werde danach entschieden, wer die besten Chancen gegen Schröder habe. Auch die Parteivorsitzende Angela Merkel hielt in einem Interview mit der "Westdeutschen Zeitung" an diesem Fahrplan fest.

CSU-Generalsekretär Thomas Goppel reagierte auf die Aussage von Merz trotz seiner Einschränkungen äußerst distanziert. "Ich bin hier von dem physikalischen Phänomen überrascht, dass zum ersten Mal in der Weltgeschichte das Echo vor dem Ruf kommt", sagte er dem "Rheinischen Merkur".

In jüngster Zeit waren in der Öffentlichkeit vor allem der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber oder Merkel als mögliche Kandidaten gehandelt worden. Der Name von Merz wurde dagegen weniger häufig genannt. Aus der CSU war Anfang des Jahres wieder Stoiber stärker ins Gespräch gebracht worden.

Merz betonte wie Merkel, dass es bei der "Doppelspitze" in der Führung der CDU bleiben müsse. Anders seien die Aufgaben nicht zu bewältigen. Merkel hatte in einem Interview unter Einbeziehung von Stoiber sogar von einem "Triumvirat" gesprochen, dass gegenwärtig die Union führe. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte dazu, in der römischen Geschichte seien Triumvirate bekanntlich schnell auseinander gebrochen. Frauen hätten dort ohnehin keinen Platz gehabt.



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