Kanzlerschicksal unklar Schröder zwischen Ruhestand und Ministerjob

Im Kabinett der künftigen Kanzlerin Angela Merkel sind die meisten Posten schon verteilt, doch das politische Schicksal Gerhard Schröders ist unklar. Zieht er sich ins Privatleben zurück? Oder übernimmt er doch noch einen Ministerposten?


Berlin - "Wir werden sehen, was der Tag bringt", sagte Regierungssprecher Bela Anda heute zu den Spekulationen über Schröders Zukunft. Er schloss nicht aus, dass Schröder noch im Laufe des Tages seinen Rückzug aus der Politik bekannt gibt. Zurzeit sei die Regierung aber noch im Amt, und der Bundeskanzler heiße Gerhard Schröder, sagte Anda.

Bundeskanzler Schröder, SPD-Chef Müntefering: Was bringt der Tag?
DPA

Bundeskanzler Schröder, SPD-Chef Müntefering: Was bringt der Tag?

Nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" soll Schröder seinen Rückzug bereits am Sonntagabend in dem Spitzengespräch mit Merkel, dem SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering und CSU-Chef Edmund Stoiber angekündigt haben. "Mein Lebensweg sieht anders aus", habe Schröder gesagt. Dies sei aus Teilnehmerkreisen berichtet worden, hieß es in dem Bericht. Auch der Sprecher des rechten Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, geht davon aus, dass sich Schröder aus der Regierungspolitik zurückziehen werde. Allerdings sei nun seine "Minimalforderung", dass Schröder wieder Parteivorsitzender der SPD werde, sagte er zu SPIEGEL ONLINE.

Doch klar ist offenbar noch gar nichts. "Wir wissen noch gar nicht, ob Schröder sich zurückzieht", sagte Heinrich-Wilhelm Ronsöhr, Mitglied des Bundesvorstands der CDU, zu SPIEGEL ONLINE. "Das konnte bei unserer Sitzung noch nicht gesagt werden. Wir gehen aber davon aus." Die Frage nach dem Schicksal Schröders soll in der Sitzung des Bundesvorstands der Hamburger CDU-Politiker Dirk Fischer gestellt haben.

Möglicherweise übernimmt Schröder ja doch das Außenministerium. Bei der Besetzung der ihnen zugestandenen Ministerposten sei die SPD völlig autonom, berichtete Ronsöhr.

In der Sitzung des SPD-Vorstandes kündigte Schröder seinen Rückzug an. Auf eine Rolle als Vize-Kanzler in einer Großen Koalition angesprochen sagte der Kanzler nach Angaben von Teilnehmern: "Das ist nicht meine Lebensplanung."



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