Neue Testverordnung Corona-Bürgertests kosten künftig drei Euro

Kostenlose Schnelltests für alle wird es bald nicht mehr geben. Grund ist die angespannte Haushaltslage. Nur besonders vulnerable Gruppen können sich weiterhin gratis auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen.
Gesundheitsminister Lauterbach: Angespannte Haushaltslage

Gesundheitsminister Lauterbach: Angespannte Haushaltslage

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Auch über den Sommer soll es weiter ein Angebot mit kostenlosen Corona-Schnelltests für Risikogruppen geben. Für alle anderen sollen »Bürgertests« aber künftig drei Euro kosten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in Berlin mit.

Zuvor hatte sich die Bundesregierung auf eine neue Testverordnung geeinigt. Sie soll vom 30. Juni an gelten.

Er hätte kostenlose Bürgertests für alle gern weitergeführt, sagte der SPD-Politiker. Angesichts der Kosten von durchschnittlich einer Milliarde Euro pro Monat sei dies für den Bund in der angespannten Haushaltslage nicht mehr zu leisten. Das neue Konzept sehe nun bis Jahresende noch Ausgaben von 2,7 Milliarden Euro vor – bei voller Übernahme wären bis zu fünf Milliarden Euro zu erwarten gewesen.

Kostenlose Schnelltests sollen künftig weiter für vulnerable Gruppen möglich sein, darunter auch Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft und Besucher von Kliniken und Pflegeheimen. Vorgesehen sein soll, jeweils Nachweise vorzulegen, dass man berechtigt ist – etwa per Ausweis oder Pass, mit Bescheinigungen, Vordrucken oder Attesten. Die Länder hätten die Möglichkeit, die Eigenbeteiligung von drei Euro auch für weitere Gruppen zu übernehmen.

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Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ging zuletzt weiter nach oben: Am heutigen Freitag liegt der Wert laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 618,2. Am Vortag hatte er noch bei 532,9 gelegen, vor einer Woche bei 427,8. Die Inzidenz gibt den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche an. Die Sommerwelle wird von leichter übertragbaren Omikron-Sublinien angetrieben. Wie erwartet worden war, ist der Erreger BA.5 nun auch nach offiziellen Daten vorherrschend in Deutschland.

asa/dpa
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