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19. Dezember 2018, 07:10 Uhr

CSU-Außenseiter greift künftigen CSU-Chef an

Guttenberg zweifelt an Söders Eignung

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die CSU-Chef-Qualitäten des bayerischen Ministerpräsidenten infrage gestellt. An das Format von früheren Parteivorsitzenden reiche er nicht heran.

Karl-Theodor zu Guttenberg steht dem bayerischen Ministerpräsidenten und designierten CSU-Parteivorsitzenden Markus Söder skeptisch gegenüber. "Die CSU muss sich vergewissern, wie tragfähig diese Lösung auf Dauer ist und inwieweit sich der neue Parteivorsitzende für diese große Aufgabe eignet", sagte Guttenberg faz.net, der Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". An das Format eines Franz-Josef Strauß oder Theo Waigels reiche er nicht heran. "Das muss er aber, wenn er die CSU nicht zu einer Regionalpartei machen will", monierte Guttenberg.

Es sei vermessen, die Schuld für das schlechte Ergebnis der bayerischen Landtagswahl ausschließlich Innenminister und Noch-CSU-Chef Horst Seehofer zuzuschieben, sagte Guttenberg. Es reiche nicht aus, etwa beim Thema Migration mit einer plumpen Rhetorik zu arbeiten. "Ein neuer Vorsitzender muss auch die nationale und internationale Dimension des Themas verkörpern." Vor allem müsse der neue Parteivorsitzende in Berlin präsent sein, wo die Entscheidungen getroffen würden.

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Der Parteivorsitzende brauche die Gabe zur Empathie

Der Ex-Verteidigungsminister und ehemaliger Hoffnungsträger der CSU war 2011 zurückgetreten, nachdem ihm wegen einer Plagiatsaffäre der Doktortitel aberkannt worden war.

Der CSU-Vorstand hatte Söder am Montag wie erwartet einstimmig als Nachfolger von Seehofer für den Posten des Parteichefs nominiert. Guttenberg sagte, es falle ihm schwer, Söder die Wandlung vom geschickten, aber brachialen Machtpolitiker hin zum demütigen Teamspieler abzunehmen. Er sehe durchaus, dass Söder sich neuerdings um einen versöhnlicheren Tonfall bemühe. "Nur: Ein großer Parteivorsitzender hat auch die Gabe zur Empathie. Das war in den letzten 20 Jahren nicht gerade das herausragendste Wesensmerkmal von Markus Söder."

höh/dpa

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