Engagements prominenter Ex-Politiker Hofreiter und Gysi fordern Klärung der Kasachstan-Connection

"Nebulös", "dubios", "unheimlich": Die Opposition ist empört, dass Polit-Promis wie Otto Schily bereit waren, sich für die Ziele des kasachischen Diktators Nasarbajew einspannen zu lassen. Die Fraktionschefs von Linken und Grünen verlangen Konsequenzen.
Grünen-Politiker Hofreiter, Linken-Mann Gysi: Forderung nach Aufklärung

Grünen-Politiker Hofreiter, Linken-Mann Gysi: Forderung nach Aufklärung

Foto: Bernd von Jutrczenka/ picture alliance / dpa

Führende Vertreter von Linken und Grünen üben scharfe Kritik an den Verbindungen ehemaliger deutscher Top-Politiker mit Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew und fordern Aufklärung.

"Ein nebulöser, kaum vorstellbarer, irgendwie unheimlicher Vorgang, der eines erfordert: vollständige Aufklärung", sagte Linken-Fraktionschef Gregor Gysi SPIEGEL ONLINE. "Es ist gut, Licht in diese Vorgänge zu bringen", so Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Er sagte weiter: "Es geht nicht an, dass sich Spitzenpolitiker nach ihrer Amtszeit weitläufige Kontakte durch dubiose Deals vergolden lassen."

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe vom teilweise geglückten Versuch des kasachischen Diktators, über Mittelsmänner ehemalige deutsche Spitzenpolitiker wie Otto Schily, Gerhard Schröder und Horst Köhler für seine Zwecke einzuspannen. Auch ehemalige Top-Beamte und weitere deutsche Politiker sollen bereit gewesen sein, sich für die Interessen Nasarbajews einzusetzen. Der Diktator bemühte sich ebenfalls mit mehr und weniger Erfolg um die Dienste früherer Top-Politiker aus Österreich, Italien und Spanien und Polen.

Die kasachische Seite versuchte auch, den SPIEGEL für ihre Sache zu instrumentalisieren. Eine zentrale Rolle spielte in der ganzen Affäre offenbar eine Wiener Kanzlei. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der 74-jährige Nasarbajew regiert die ehemalige Sowjetrepublik Kasachstan seit einem Vierteljahrhundert mit harter Hand. Zuletzt ließ er sich im April 2015 erneut zum Staatschef wählen - der "Führer der Nation" holte fast hundert Prozent der Stimmen.

Die Ehefrau Schröders, Doris Schröder-Köpf, äußerte sich via Facebook  zu den Vorwürfen. "Für alle Journalistinnen und Journalisten unter den Facebook-Freunden: Die SPIEGEL -Titelgeschichte ist - was Gerhard Schröder angeht - absolut falsch!"

flo