Kaschmir Tote bei Anschlag auf Hindu-Pilger

Im indischen Teil von Kaschmir sind bei Explosionen sieben Menschen getötet worden. Indien vermutet Pakistan hinter dem Anschlag. Der ereignete sich direkt entlang einer Pilgerstrecke.


Jammu - Die mutmaßlich islamischen Attentäter hätten zwei Sprengkörper in eine Menge von bis zu 700 Menschen geworfen, wie die indischen Behörden mitteilten. Die Menschen hatten neben dem hinduistischen Tempel auf die Ausgabe kostenloser Lebenmittel gewartet. Bei dem Anschlag in der Ortschaft Katra seien mindestens 42 Menschen verletzt worden, zwölf von ihnen schwer. Augenzeugen berichteten von zwei starken Explosionen innerhalb von fünf Minuten. Die Menschen seien in Panik geflohen. Ein Regierungsvertreter machte Pakistan für die Tat verantwortlich.

Der indische Innenstaatssekratär Swami Chinmayanand beschuldigte militante Kräfte, mit dem Anschlag den Entspannungsprozess zwischen Indien und Pakistan stören zu wollen. In der vergangenen Woche hatte erstmals seit anderthalb Jahren wieder ein indischer Botschafter in Pakistan Posten bezogen. Neu Delhi wirft Islamabad vor, radikalislamische Gruppen zu unterstützen, die für die Loslösung des mehrheitlich moslemischen Bundesstaat Kaschmir von Indien kämpfen. Chinmayananda erwähnte in diesem Zusammenhang den pakistanischen Geheimdienst und die verbotene Organisation Lashkar-e-Tayyaba.

Im indischen Teil von Kaschmir kämpfen muslimische Extremisten für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan. Seit 1989 starben in dem Konflikt nach amtlichen Angaben mehr als 38.000 Menschen. Neu Delhi wirft Islamabad vor, radikalislamische Gruppen zu unterstützen, die für die Loslösung des mehrheitlich moslemischen Bundesstaat Kaschmir von Indien kämpfen. In den vergangenen drei Jahren kamen bei Anschlägen auf hinduistische Pilger in Jammu-Kaschmir 59 Menschen ums Leben.



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