Schülerstreiks zum Klima Justizministerin Barley für Herabsetzung des Wahlalters

Justizministerin Katarina Barley zeigt sich beeindruckt von den Schülerprotesten zum Klima. Die SPD-Politikerin sprach sich auch deshalb für ein Wahlrecht ab 16 Jahren aus. Auch Kanzlerin Merkel lobte die Proteste.
Katarina Barley (SPD)

Katarina Barley (SPD)

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

Seit Wochen gehen Tausende Schüler freitags für das Klima auf die Straße und lassen dafür den Unterricht ausfallen. Dafür stehen sie auch in der Kritik. Von Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) erhalten die Schüler nun allerdings Zuspruch. Die SPD-Politikerin lobte den Einsatz der Jugendlichen und sprach sich für eine Herabsetzung des Wahlrechts aus.

"Dass die Jugendlichen jetzt für den Klimaschutz demonstrieren und sich so engagieren, ist doch großartig", sagte Barley der "Passauer Neuen Presse" (Samstagsausgabe). "Das räumt mit dem Vorurteil auf, dass junge Leute nicht aktiv genug wären und sich nicht politisch engagieren."

Es verdiene "hohen Respekt", dass die Schüler für ihre Zukunft auf die Straße gehen. "Solche jungen Leute wünschen wir uns", sagte Barley. Die Justizministerin sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, Jugendlichen mehr politische Teilhabe zu ermöglichen und das Wahlalter herabzusetzen. "Wir sollten ein Wahlrecht ab 16 Jahren einführen."

Merkel kontert Karliczek: "Gute Initiative"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Proteste. "Ich unterstütze sehr, dass Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gehen und dafür kämpfen", sagte die CDU-Politikerin in ihrem Videopodcast . "Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist." Die Klimaschutzziele seien nur erreichbar, wenn es Rückhalt in der Gesellschaft gebe.

Gleichzeitig bat Merkel bei den Jugendlichen um Geduld: "Ich weiß, dass die Schülerinnen und Schüler sich manches schneller wünschen, zum Beispiel den Ausstieg aus der Kohle", erklärte sie. Als Regierungschefin erinnere sie aber daran, dass Vieles zu bedenken sei. "Wir müssen Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft auf der einen Seite mit den Zielen des Klimaschutzes versöhnen."

In Deutschland versammeln sich derzeit unter dem Motto "Fridays for Future" jeden Freitag in zahlreichen Städten Schüler und Studenten während der Unterrichtszeit, um gegen ausbleibende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu protestieren. Die Demonstrationen sind nicht unumstritten, da sie während der Schulzeit stattfinden. So erklärte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) jüngst, sie lehne Schülerstreiks während der Unterrichtszeit ab.

Für den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sind die Protestaktionen der Schüler ein Spagat. "Wir wollen auf der einen Seite eine Erziehung zum politisch mündigen Bürger", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Wir können es aber auch nicht Schülern und Eltern überlassen, ob man in die Schule geht oder nicht". An dem Gymnasium, das er leitet, habe er den verpassten Unterricht nachholen lassen.

asc/AFP
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