Katherina Reiche Nein zur Homo-Ehe, Ja zur eigenen Hochzeit

Das Bundesverfassungsgericht wird am Mittwoch sein Urteil zur so genannten Homosexuellen-Ehe verkünden. Die noch unverheiratete schwangere Unions-Familienexpertin Katherina Reiche unterstützt die Klage gegen das rot-grüne Gesetz, weil es nicht dem Familienbild der Union entspreche.


Heirat im nächsten Jahr: Katherina Reiche
DDP

Heirat im nächsten Jahr: Katherina Reiche

Karlsruhe - Sie unterstütze die Klage der unionsgeführten Länder Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das "Lebenspartnerschaftsgesetz", stellte Reiche in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" klar. Das Gesetz, das am 1. August 2001 in Kraft trat, sei ein "Angriff auf Ehe und Familie" und gehe "weit über das hinaus, was ich bereit wäre zu regeln". In der vergangenen Woche hatte sie sich für eine Stärkung der Rechte Homosexueller ausgesprochen, aber nicht die Gleichstellung einer Partnerschaft von Schwulen gemeint. Wo es Ungerechtigkeiten gebe, "da sollten wir diese beseitigen", hatte die Familienexpertin im Unions-Wahlkampfteam gesagt.

Reiche selbst will 2003 heiraten. "Wir hatten uns ohnehin vorgenommen, im nächsten Jahr zu heiraten und werden dies vermutlich auch tun", sagte sie der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Die unverheiratete Mutter einer dreijährigen Tochter erwartet im August ihr zweites Kind. Ihr Lebenspartner ist der CDU-Landtagsabgeordnete Sven Petke. Das wichtigste an der Eheschließung seien für sie "der Segen und das Bekenntnis vor Gott".

Der Rechtsexperte der Grünen, Volker Beck, äußerte sich dagegen optimistisch über den Ausgang des Verfahrens in Karlsruhe. Er erwarte, dass die Richter die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften für verfassungsgemäß halten, sagte er dem "Münchner Merkur". Darauf weise die frühere Entscheidung des Verfassungsgerichts zu den Eilanträgen hin, mit denen Bayern, Sachsen und Thüringen am 18. Juli 2001 gescheitert waren. "Ausdrücklich hat das Gericht betont, dass mit dem Gesetz erstmals Grundrechte für Homosexuelle verwirklicht und konkretisiert werden", sagte er.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland schätzt die Zahl der Eintragungen seit dem vergangenen Jahr auf mehr als 4000. Der eheähnliche Lebensbund gewährt Schwulen und Lesben Erb- und Unterhaltsrecht. Sie dürfen einen gemeinsamen Namen annehmen, können eine Art von Zugewinngemeinschaft vereinbaren und gelten als Familienangehörige. Parallelen zur Ehe bestehen zudem im Ausländer-, Sozial- und Familienversicherungsrecht.



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