Katholische Kirche Robert Zollitsch neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

Die katholische Kirche in Deutschland hat einen neuen Oberhirten: Die Bischofskonferenz hat den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Kardinal Karl Lehmann.


Würzburg - Die katholischen Bischöfe und Weihbischöfe wählten den 69-jährigen Freiburger Erzbischof heute in Würzburg zum Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann. Bereits im Vorfeld hatte Zollitsch neben dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx als großer Favorit gegolten.

Erzbischof Robert Zollitsch: Seit Jahren mit seinem Vorgänger Lehmann befreundet
AP

Erzbischof Robert Zollitsch: Seit Jahren mit seinem Vorgänger Lehmann befreundet

Zollitsch gilt als liberal. So würde er die von Rom vorgeschriebene Ehelosigkeit der Pfarrer lieber als freiwillige Lebensregel sehen. Das Zölibat sei für die Priestertätigkeit zwar positiv, theologisch aber nicht zwingend. Auch für eine Reform der von manchen als undemokratisch kritisierten Bischofswahl wäre er offen. Der Geistliche wird innerhalb der katholischen Kirche als effizienter, engagierter und zuverlässiger Arbeiter mit großem Organisationstalent geschätzt.

Zöllitsch bezeichnete es als "Ehre und Auszeichnung", Lehmann folgen zu dürfen. Er kündigte in seiner Amtsführung "Kontinuität" an. Zugleich zeigte er Respekt vor der Belastung: "Ich ahne erst, was an Aufgaben alles auf mich zu kommt."

Seit Juli 2003 ist Zollitsch Erzbischof in Freiburg und damit Oberhirte von mehr als zwei Millionen Katholiken. Mit Freiburg leitet er die zweitgrößte der insgesamt 27 Diözesen in Deutschland. Die Amtszeit von Zollitsch dauert sechs Jahre. Er ist seit Jahren mit Lehmann befreundet.

Lehmann hatte den Vorsitz fast 21 Jahre lang inne und übt das Spitzenamt aus gesundheitlichen Gründen nur noch bis diesen Sonntag aus.

ler/AFP/dpa



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