Vorstoß der Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt will Bundesbehörden nur noch in Ostdeutschland ansiedeln

Katrin Göring-Eckardt sieht den Osten weiter benachteiligt. Die Grünen-Fraktionschefin fordert von der Regierung deshalb: neue Behörden dort ansiedeln - und vor allem auch von Ostdeutschen leiten lassen.
Katrin Göring-Eckardt (Archiv)

Katrin Göring-Eckardt (Archiv)

Foto: DPA

2019 stehen Landtagswahlen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen an - und Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert zum Auftakt des Wahljahres mehr Unterstützung für den Osten. "Die Bundesregierung muss sich verpflichten, ab sofort jede neue Bundesbehörde und jede neue Forschungseinrichtung in Ostdeutschland anzusiedeln", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Bis der Osten hier aufgeholt hat, wird es lange dauern."

Zugleich plädierte Göring-Eckardt dafür, Ostdeutsche in ostdeutschen Verwaltungen bei gleicher Qualifikation bevorzugt einzustellen. Sie erinnerte an einen Bundestagsbeschluss aus dem Jahr 1992, wonach Bundesbehörden und Forschungseinrichtungen bevorzugt im Osten entstehen sollten.

Seither habe die Bundesregierung allerdings 20 Einrichtungen im Westen und nur fünf im Osten angesiedelt, zuletzt das Bundesfernstraßenamt in Leipzig. "Und selbst diese Institutionen werden in der Regel von Westdeutschen geführt", kritisierte die Grünen-Politikerin. "Das liegt nicht daran, dass die Ossis dümmer wären oder die falsche Ausbildung hätten."

"Es braucht eine Gesamtstrategie für Ostdeutschland"

Mit solchen Benachteiligungen müsse Schluss sein. "Wir haben gute Erfahrung mit Bevorzugung bei gleicher Qualifikation gemacht", sagte Göring-Eckardt. Das könnte eine Möglichkeit für ostdeutsche Verwaltungen sein. "Es braucht eine Gesamtstrategie für Ostdeutschland."

Sie bekräftigte, dass der Osten weiter vom Solidaritätszuschlag profitieren müsse. "Es kann nicht darum gehen, jetzt alle Mittel nach Nordrhein-Westfalen oder ins Saarland umzuleiten", sagte sie. "Der Soli muss weiter auch dem Osten helfen. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West haben."

wit/dpa
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