Kazaw in Deutschland Israels Präsident fordert Unterstützung gegen palästinensischen Terror

Der israelische Präsident Mosche Kazaw hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, Israels Kampf gegen den palästinensischen Terrorismus stärker zu unterstützen.


Berlin - "Wir müssen diesen Terror bremsen", sagte er am Sonntagabend vor der jüdischen Gemeinde in Berlin. Kazaw wandte sich dagegen, palästinensischen Terror und Israels Abwehrmaßnahmen auf eine Stufe zu stellen. In seiner Festansprache anlässlich eines Besuchs in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sagte der israelische Präsident am Sonntagabend, es sei falsch, zwischen einem illegitimen und legitimen Terror zu unterscheiden: "Es gibt keinen legitimen Terror."

Vor der jüdischen Gemeinde sagte Kazaw, das israelische Volk sei noch nie so entschlossen gewesen wie jetzt, den Kampf gegen den Terrorismus zu führen. Der Konflikt sei Israel von den Palästinensern aufgezwungen worden. Es liege nun an den Palästinensern, ob sie ihn beenden oder nicht. Wenn der Terror gestoppt werde, "dann werden wir die politischen Verhandlungen wieder aufnehmen".

Besorgt äußerte sich Kazaw über antisemitische Tendenzen in Europa. "Dass gerade in Deutschland wieder antisemitische Stimmen zu hören sind", tue ihm weh. "Wir wissen nicht, wie weit das gehen kann." Er habe aber vollstes Vertrauen in den Kampf der Bundesregierung gegen den Antisemitismus.

Am Montag wollte Kazaw unter anderem zu politischen Gesprächen mit Bundespräsident Johannes Rau, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer zusammentreffen. Möglicherweise wird dabei auch über Israels Anfrage nach der Lieferung von "Fuchs"-Transportpanzern gesprochen.

Kazaw hatte am Sonntagmorgen seinen dreitägigen Deutschlandbesuch in Wuppertal begonnen, wo er unter anderem an der Einweihung einer Synagoge teilnahm.

Die NPD hat zum Berlin-Besuch Kazaws eine Demonstration angemeldet. Sie darf jedoch nicht wie gewünscht durch das Brandenburger Tor führen. Zeitgleich soll es zwei Gegenkundgebungen in Berlin-Mitte geben. Bis zum Ende des Kazaw-Besuchs am Dienstag rechnet die Polizei mit zum Teil großflächigen Verkehrsstaus.



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