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11. Juni 2019, 14:49 Uhr

SPON-Umfrage

Große Vorbehalte gegen möglichen SPD-Chef Kühnert

Kann Kevin Kühnert SPD-Chef? Selbst bei den eigenen Anhängern gibt es laut einer SPON-Umfrage große Bedenken gegen den Juso-Vorsitzenden. In der Sonntagsfrage fallen die Sozialdemokraten weiter zurück.

"Kommt jetzt Kevin?" So fragt der SPIEGEL auf seinem aktuellen Titel. Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Parteivorsitzende gilt Juso-Chef Kevin Kühnert als einer der Hoffnungsträger, um die SPD aus ihrer Sinnkrise zu befreien und zu reformieren.

Aber trauen die Deutschen, und vor allem trauen die SPD-Anhänger dem 29-Jährigen wirklich den Neustart für die deutsche Sozialdemokratie zu? Das wollte das Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE herausfinden. Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage zeigt: Es gibt große Vorbehalte gegen einen möglichen SPD-Vorsitzenden Kühnert.

Auf die Frage "Wäre Kevin Kühnert Ihrer Meinung nach ein geeigneter Kandidat für den SPD-Parteivorsitz?" antworteten fast 28 Prozent mit "Ja" oder "Eher ja". Aber insgesamt rund 62 Prozent stimmten mit "Nein" oder "Eher nein" (Stichprobenfehler 2,5 Prozent).

Die SPD-Anhänger sind einer Kandidatur Kühnerts zwar eher zugeneigt - insgesamt aber ist die Anhängerschaft gespalten. So sagten 42,5 Prozent, Kühnert sei ein geeigneter Kandidat für den Parteivorsitz. Fast 48 Prozent sind aber anderer Meinung. Der Stichprobenfehler liegt hier höher als bei der Gesamtauswertung, die Tendenz ist dennoch eindeutig.

Erste Unterstützung aus der Partei hatte Kühnert Ende vergangener Woche erfahren, als sich im SPIEGEL mehrere Genossen für den 29-Jährigen starkmachten. (Lesen Sie hier die Titelgeschichte über Kühnert und die Nahles-Nachfolge.)

Der frühere Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann heizte die Personaldebatte am Wochenende weiter an. Er wünsche sich Kühnert "in zehn Jahren" als SPD-Chef, zitierte der "Tagesspiegel" den Bundestagsvizepräsidenten. Oppermann nannte stattdessen Arbeitsminister Hubertus Heil, Familienministerin Franziska Giffey und Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil als geeignete Kandidaten für Nahles' Nachfolge. Festgelegt werden soll das weitere Vorgehen vom Parteivorstand am 24. Juni.

In der SPIEGEL-ONLINE-Sonntagsfrage fällt die SPD derweil weiter zurück. Die Sozialdemokraten liegen dort knapp unter 14 Prozent und büßen damit im Vergleich zur vorigen Erhebung rund 2,5 Prozentpunkte ein. CDU und CSU können zwar mit rund 28 Prozent die Spitzenposition verteidigen, aber die Grünen wie auch in den Umfragen anderer Institute rücken immer näher. Sie legen um mehr als fünf Prozentpunkte zu und rangieren mit fast 24 Prozent klar auf dem zweiten Platz.

Die AfD verliert rund 2,5 Prozentpunkte und kommt auf fast elf Prozent. Die FDP liegt nahezu unverändert bei etwas mehr als neun Prozent. Für Die Linke entscheiden sich rund 7,5 Prozent, sie büßt damit rund einen Punkt ein (Stichprobenfehler 2,5 Prozent).

Wer steckt hinter Civey?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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