SPON-Umfrage Große Vorbehalte gegen möglichen SPD-Chef Kühnert

Kann Kevin Kühnert SPD-Chef? Selbst bei den eigenen Anhängern gibt es laut einer SPON-Umfrage große Bedenken gegen den Juso-Vorsitzenden. In der Sonntagsfrage fallen die Sozialdemokraten weiter zurück.

Soll er der neue SPD-Chef werden? Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert
Jens Schlueter/ Getty Images

Soll er der neue SPD-Chef werden? Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert


"Kommt jetzt Kevin?" So fragt der SPIEGEL auf seinem aktuellen Titel. Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Parteivorsitzende gilt Juso-Chef Kevin Kühnert als einer der Hoffnungsträger, um die SPD aus ihrer Sinnkrise zu befreien und zu reformieren.

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Heft 24/2019
Sprengkommando Kühnert - warum SPD und GroKo den Juso-Chef fürchten müssen

Aber trauen die Deutschen, und vor allem trauen die SPD-Anhänger dem 29-Jährigen wirklich den Neustart für die deutsche Sozialdemokratie zu? Das wollte das Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE herausfinden. Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage zeigt: Es gibt große Vorbehalte gegen einen möglichen SPD-Vorsitzenden Kühnert.

Auf die Frage "Wäre Kevin Kühnert Ihrer Meinung nach ein geeigneter Kandidat für den SPD-Parteivorsitz?" antworteten fast 28 Prozent mit "Ja" oder "Eher ja". Aber insgesamt rund 62 Prozent stimmten mit "Nein" oder "Eher nein" (Stichprobenfehler 2,5 Prozent).

Die SPD-Anhänger sind einer Kandidatur Kühnerts zwar eher zugeneigt - insgesamt aber ist die Anhängerschaft gespalten. So sagten 42,5 Prozent, Kühnert sei ein geeigneter Kandidat für den Parteivorsitz. Fast 48 Prozent sind aber anderer Meinung. Der Stichprobenfehler liegt hier höher als bei der Gesamtauswertung, die Tendenz ist dennoch eindeutig.

Erste Unterstützung aus der Partei hatte Kühnert Ende vergangener Woche erfahren, als sich im SPIEGEL mehrere Genossen für den 29-Jährigen starkmachten. (Lesen Sie hier die Titelgeschichte über Kühnert und die Nahles-Nachfolge.)

Der frühere Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann heizte die Personaldebatte am Wochenende weiter an. Er wünsche sich Kühnert "in zehn Jahren" als SPD-Chef, zitierte der "Tagesspiegel" den Bundestagsvizepräsidenten. Oppermann nannte stattdessen Arbeitsminister Hubertus Heil, Familienministerin Franziska Giffey und Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil als geeignete Kandidaten für Nahles' Nachfolge. Festgelegt werden soll das weitere Vorgehen vom Parteivorstand am 24. Juni.

In der SPIEGEL-ONLINE-Sonntagsfrage fällt die SPD derweil weiter zurück. Die Sozialdemokraten liegen dort knapp unter 14 Prozent und büßen damit im Vergleich zur vorigen Erhebung rund 2,5 Prozentpunkte ein. CDU und CSU können zwar mit rund 28 Prozent die Spitzenposition verteidigen, aber die Grünen wie auch in den Umfragen anderer Institute rücken immer näher. Sie legen um mehr als fünf Prozentpunkte zu und rangieren mit fast 24 Prozent klar auf dem zweiten Platz.

Die AfD verliert rund 2,5 Prozentpunkte und kommt auf fast elf Prozent. Die FDP liegt nahezu unverändert bei etwas mehr als neun Prozent. Für Die Linke entscheiden sich rund 7,5 Prozent, sie büßt damit rund einen Punkt ein (Stichprobenfehler 2,5 Prozent).



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Wer steckt hinter Civey?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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Seite 1
mullertomas989 11.06.2019
1. Aber das ist doch klar!
Er ist doch de facto noch viel zu jung und unerfahren und noch zu nah dran am "Juso-Denken" (zu radikal). Er ist aber intelligent, kreativ und handlungsentschlossen. Oppermann hat es deshalb richtig gesagt: In 10 jahren macht das Sinn! Aktuell wäre eher ein Vize-Posten denkbar,
Supertramp 11.06.2019
2. mit solchen Populistischen Schlagzeilen wie Auto Firmen verstaatlichen kommen die nicht weiter
seine Propaganda hört sich an wie in Venezuela oder Anfänge in Frankreich... weit kommen wir in Deutschland damit nicht. Deutsche Auto Marken fokussieren sich immer Preisgetriebener auf Billig Zuliefer Produkte in Lebesdauer relevanten Produkten aus dem Dumping Sektor.... mit Prevent hat sich das schon mal gerächt... Zulieferer gehen Pleite Neuwagen halten immer schlechter durch
dies-und-jenes 11.06.2019
3.
Sie SPD und ihre Gremien sollte das entscheiden. Umfragen sind so eine Sache und die Ergebnisse ändern sich schnell. Ich bin mir prinzipiell auch nicht sicher, ob die fachliche Kompetenz per Umfrage gut beurteilt werden kann. Daher ist das wie bei Volksentscheiden alles mit Vorsicht zu genießen.
ronald1952 11.06.2019
4. Irgendwie scheint die SPD
jetzt völlig zu Spinnen! Wer kommt denn nur auf solch Bescheuerte Ideen? Der Mann ist schon für die Jusos nicht der Richtige und dann Chef von der SPD. Gut das ich schon seit Schröder ausgetreten bin sonst müsste ich jetzt nochmals aus der Partei hinaus. Da dreht sich doch jedem richtigen Sozi der Magen rum. schönen Tag noch,
unixv 11.06.2019
5. Kk ------->
Nach meinem bescheidenen ermessen, der einzige, der diese sPD aus ihrem Dilemma herausholen kann! Personalie, die nicht Agenda Verseucht ist, gibt es nur in der Basis! KK oder weiter so? mit Weiter so, garantiert einstellig! Da werden aber die alten Damen und Herren-Agenda Fan-Boys und Girls, ganz dumm aus der Wäsche gucken!
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