Früherkennung Gröhe will Vorsorgeuntersuchungen für Grundschüler

Gesundheitsminister Gröhe will das System der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ausweiten. Bisher gibt es nach dem Schuleintritt eine große Lücke. Künftig soll es bis zum 18. Lebensjahr drei weitere Untersuchungen geben.
Beim Kinderarzt: Gröhe will drei weitere Untersuchungen

Beim Kinderarzt: Gröhe will drei weitere Untersuchungen

Foto: Patrick Pleul/ picture-alliance/ dpa

Essen - Von der Geburt bis zum sechsten Geburtstag stehen Kindern in Deutschland regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen zu - die sogenannten U 1 bis U 9. Doch danach ist abrupt Schluss. Das will Gesundheitsminister Hermann Gröhe nun ändern. Nach seinem Willen sollen auch Grundschüler und Teenager künftig regelmäßig zur Vorsorge beim Kinderarzt gehen.

Gröhe will dafür das Untersuchungsprogramm für Kinder und Jugendliche ausweiten. Dazu sollen bis zu drei neue Vorsorgeuntersuchungen zu Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden - die "U 10" und die "U 11" für Grundschüler sowie die "J 2" für Jugendliche. "Wir wollen, dass die bewährten U- und J- Untersuchungen beim Kinder- oder Hausarzt künftig bis zum 18. Lebensjahr regelmäßig möglich sind", sagte Gröhe der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Die Weichen für ein gesundes Leben würden im Kindes- und Jugendalter gestellt. "Deshalb ist es wichtig, dass auch die Früherkennung von gesundheitlichen Risiken schon bei den Kleinsten beginnt und in allen Altersgruppen gestärkt wird", sagte Gröhe.

Bislang sind nur die Vorschulalter-Untersuchungen und die Untersuchung "J 1" für 12- bis 14-Jährige gesetzliche Kassenleistungen. Im Grundschulalter und im späteren Teenager-Alter klafft dagegen eine Lücke: Zwar übernehmen immer mehr Kassen freiwillig die Kosten für die "U 10", die "U 11" und die "J 2" - doch laut Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte gehen nach wie vor etliche Familien leer aus.

ler/dpa
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