Kinderarmut Merkel will Entwicklungshilfe erhöhen

Kinder- und Jugendförderung sei "kein Gnadenakt, sondern eine Frage der Menschlichkeit": Bundeskanzlerin Merkel hat angekündigt, die deutsche Entwicklungshilfe zu steigern. Angesichts von 600 Millionen Kindern in absoluter Armut sei jedoch auch in Zukunft weiter privates Engagement nötig.


Duisburg - Trotz Finanzkrise mehr Geld für die Armen der Welt: Angela Merkel will die von Deutschland geleistete Entwicklungshilfe anheben. Von den Millenniumsziele, bis 2015 für alle Kinder weltweit eine Primarschulbildung zu gewährleisten, sei man "leider noch weit entfernt", sagte die Bundeskanzlerin am Freitag in Duisburg bei einer Feier zum 50-jährigen Bestehen der Kindernothilfe.

Bundeskanzlerin Merkel, mit zwei Kinder aus Indien und Honduras: "Kein Gnadenakt, sondern eine Frage der Menschlichkeit"
DPA

Bundeskanzlerin Merkel, mit zwei Kinder aus Indien und Honduras: "Kein Gnadenakt, sondern eine Frage der Menschlichkeit"

Von weltweit 2,2 Milliarden jungen Menschen lebten aber 1,9 Milliarden in Entwicklungsländern, wo sie oft die Mehrheit der Bevölkerung stellten. Auch die Tatsache, dass die Zahl der hungernden Menschen wieder auf über eine Milliarde gestiegen sei, bedeute einen Rückschlag für die Entwicklungshilfe, sagte Merkel. Schuld daran seien die weltweit rasant gestiegenen Lebensmittelpreise.

Einen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers habe die Bundesregierung mit einem "kleinen Betrag aus dem Konjunkturpaket" für die Weltbank geleistet. "Das ist eine gute Investition", sagte die Kanzlerin. "Die Hilfe ist wichtig, um Sicherheitsrisiken zu bändigen." Die Kanzlerin erwartet, dass sich Auseinandersetzungen um Nahrungsmittel durch den Klimawandel verschärfen werden. Die Industrienationen hätten die Pflicht, den betroffenen Ländern "wenigstens die neuen Technologien zu bringen", mit denen sich die Ressourcen optimal nutzen ließen. Nur so lasse sich ein friedliches Zusammenleben auf der Welt gewährleisten.

Merkel erinnerte daran, dass weltweit 600 Millionen Kinder in absoluter Armut lebten. Kinder- und Jugendförderung sei aber "kein Gnadenakt, sondern eine Frage der Menschlichkeit". Staatliches und privates Engagement müssten auch in Zukunft Hand in Hand gehen. Die Deutschen sollten sich angesichts der großen Probleme in den Entwicklungsländern nicht frustrieren lassen, selbst zu helfen.

fsc/AP



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