Kinderporno-Verdacht Tauss empfindet keine Scham

Kampf um die Ehre: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss beklagt nach den gegen ihn erhobenen Vorwürfen seine Stigmatisierung als "Kinderporno-Politiker". Scham empfindet er nicht, jedoch räumte er Fehler ein.


Berlin - Jörg Tauss sieht seinen Ruf für immer beschädigt. Der unter dem Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie stehende SPD-Bundestagsabgeordnete sagte der "Bild"-Zeitung (Ausgabe vom Montag): "Selbst ein glatter Freispruch würde nichts daran ändern, dass ich für einige immer der Kinderporno-Politiker bleiben werde."

SPD-Bundestagsabgeordneter Tauss: Sieht seinen Ruf für immer beschädigt
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SPD-Bundestagsabgeordneter Tauss: Sieht seinen Ruf für immer beschädigt

"In gewisser Weise geht es jetzt nur noch um die Ehre." Scham habe er trotz der schweren Vorwürfe vor allem aus den eigenen Reihen nie empfunden: "Natürlich ist die ganze Sache jetzt auch peinlich. Für Scham gab es nie einen Grund", so Tauss, der nach den Vorwürfen auf seine Bundestagskandidatur verzichtet hatte.

Momentan ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie gegen Tauss. Kurz nach dem Fund von Kinderporno-Bildern in seinen Räumen vor mehr als drei Wochen hatte der Politiker bereits sein Amt als medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion abgegeben und war als Generalsekretär der Südwest-SPD zurückgetreten.

Tauss beteuert seine Unschuld. Das Kinderporno-Material habe er im Zusammenhang mit seinen Recherchen als Abgeordneter und Medienexperte gesammelt. Die Begründung wurde von der Staatsanwaltschaft als unplausibel zurückgewiesen.

Tauss hatte erklärt, er habe einen Kinderporno-Ring sprengen wollen und dazu Recherchen angestellt. Es sei falsch gewesen, darüber nicht die Polizei zu informieren: "Ich wüsste bis heute nicht, wen ich hätte informieren sollen, damit das für die Öffentlichkeit wirklich einen Unterschied machen würde", sagte er.

jar/dpa/ddp

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