Statistisches Bundesamt Immer mehr Kleinkinder gehen in eine Kita

Die Bundesregierung will den Kita-Ausbau voranbringen - und die Nachfrage steigt. Laut Statistischem Bundesamt schickt eine größer werdende Zahl von Eltern ihre Kleinkinder in eine Tageseinrichtung oder zu einer Tagesmutter.

Kleinkinder in einer Kita: Anstieg um 4,8 Prozent
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Kleinkinder in einer Kita: Anstieg um 4,8 Prozent


In Deutschland gehen immer mehr Kleinkinder in eine Tagesstätte oder nutzen ein ähnliches Angebot. Anfang März wurden 694.500 Kinder unter drei Jahren in einer Kita oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Laut Statistischem Bundesamt ist dies ein Anstieg um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Großteil dieser Kinder (85,4 Prozent) besuchte demnach eine Kita. Die Kindertagespflege bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater spielte mit einem Anteil von 14,6 Prozent eine deutlich geringere Rolle.

In Deutschland gibt es seit dem 1. August 2013 für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hob die Bedeutung des Kita-Ausbaus hervor: "Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder." Gemeinsam mit Ländern, Kommunen und Trägern der Kitas wolle die Bundesregierung den Ausbau voranbringen und die Qualität verbessern.

Die Entwicklung bei der Zahl der betreuten Kleinkinder war in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Die höchsten Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr gab es in Nordrhein-Westfalen (plus 12,2 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 6,7 Prozent) und dem Saarland (plus 6,6 Prozent). Am niedrigsten fiel die Steigerung in Sachsen-Anhalt (plus 0,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 0,7 Prozent) und Brandenburg (plus 0,8 Prozent) aus. Allerdings waren die Betreuungszahlen im Osten bereits zu Beginn des Kita-Ausbaus deutlich höher als im Westen.

kev/AFP/dpa



insgesamt 194 Beiträge
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pommbaer84 14.07.2015
1. Beiträge anheben
Ab einem Einkommen von zusammen mehr als 50.000€ Brutto pro Jahr soll der Platz einfach 10% vom Netto beider Elternteile kosten. Die meisten Eltern schieben ihr Kind doch nur in die Ganztagskita, damit beide Arbeiten können. Kindergarten ist wichtig für die Entwicklung, aber Kontakt zu den Eltern auch. Man kann die Erziehung nicht outsourcen wie Arbeitsplätze in einem produzierenden Unternehmen..
firenafirena 14.07.2015
2. Gut so!
Soziale Interaktionen, Selbstständigkeit, "mal was anderes als immer nur Mama und Papa" sowie verbesserte persönliche und finanzielle Möglichkeiten der Eltern. Eine gute Betreuung natürlich vorausgesetzt! Übrigens: "Früher", als die Mütter mit ihren zahlreichen Kindern noch ganztags mit echter Haus"arbeit" beschäftigt waren ohne die ganzen technischen Hilfsmittel von heute, liefen die Kinder auch nur nebenher. Da gab es keine 24h-Bespaßung. Der Anspruch, den man heute teilweise an die Eltern stellt ("das Kind gehört zur Mutter", etc.) ist überhaupt erst seit wenigen Jahrzehnten möglich. Den Kindern früher hat es jedenfalls nicht geschadet, nicht immer Mittelpunkt des Universums zu sein und den heutigen Kita-Kindern schadet es sicher auch nicht.
lasorciere 14.07.2015
3.
Es gibt genügend Eltern, die auf zwei Gehälter angewiesen sind, bei den Mietpreisen in den Städten. Denen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Kind tagsüber in der Kita unterzubringen. Ausserdem ist es für die Kinder sicher nicht schlecht, sich mit Gleichaltrigen zu beschäftigen, da es heutzutage immer mehr Einzelkinder gibt.
gwenhywfar 14.07.2015
4. Ist ja auch praktisch
Kind für wenig Geld abschieben, arbeiten gehen und ein Vielfaches der KitaKosten verdienen. Und wenn das Kind dann später auf die schiefe Bahn gerät, ist man auch noch fein raus: Man selber hat das Kind ja abends und morgens kurz gesehen und kann folglich nichts dafür, das haben die Erzieher in der Kita verbockt ... Arme Kinder.
pharmakon 14.07.2015
5. wozu
hab ich dann sechs Jahre hartes Studium hinter mir, um danach Hausmütterchen zu spielen? Ich komme aus dem ehemaligen Osten, war mit 10 Monaten ganztags in der KiTa und es hat mir null geschadet.im Gegenteil. Das Verhältnis zu meinen Eltern ist bilderbuchreif. im Gegensatz dazu mein Mann, aus Stuttgart, Mutter Hausfrau, keine Kita, schlechtes Verhältnis zur Mutter. darf natürlich nicht verallgemeinert werden. Jetzt bin ich schwanger und werde nach einem Jahr wieder arbeiten gehen. ohne jegliches schlechtes Gewissen.
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