Parteifreund attackiert SPD-Kandidatin Geywitz "Nicht die Richtige"

Sie will mit Olaf Scholz an die SPD-Spitze. Jetzt wird Klara Geywitz im SPIEGEL aus dem eigenen Verband attackiert: Sie sei nicht die Richtige - von der menschlichen Wärme her könne sie "auch eine 10.000er Geflügelfarm leiten".

SPD-Vorsitzbewerber Scholz, Geywitz: "Nichts geleistet"
Martin Schutt/ DPA

SPD-Vorsitzbewerber Scholz, Geywitz: "Nichts geleistet"


Klara Geywitz, Kandidatin für den SPD-Parteivorsitz, sieht sich harter Kritik aus ihrem eigenen Brandenburger Landesverband ausgesetzt. "Diese Herzenswärme, die ihr zugeschrieben wird, woher die kommen soll, ist mir ein Rätsel", sagte Harald Sempf, Schatzmeister der Brandenburger SPD, dem SPIEGEL.

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Geywitz sei zwar "unbestritten ein politisches Talent", sei klug und "eine nüchterne, klar denkende Analytikerin", so Sempf: "Aber Klara Geywitz könnte von der zwischenmenschlichen Wärme her auch eine 10.000er-Geflügelfarm leiten." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Sempf, der Geywitz unter anderem aus deren Zeit als Generalsekretärin der Brandenburger SPD kennt, sprach der Sozialdemokratin die Eignung für den Parteivorsitz ab: "Wenn ich irgendwo Minister wäre, würde ich sie sofort zu meiner Staatssekretärin machen, eine bessere könnte ich mir nicht wünschen", sagte er. "Für die erste Reihe der Partei, und dann noch im Duo mit Olaf Scholz, ist sie nicht die Richtige." In der Personalentwicklung habe sie in Brandenburg "nichts geleistet". Da klaffe "jetzt ein richtiges Loch".

Die SPD entscheidet in einer Mitgliederbefragung über die neue Parteiführung. Derzeit touren die sieben verbliebenen Bewerberteams auf Regionalkonferenzen durch die Landesverbände. Mehr als die Hälfte der 23 Termine haben sie bereits hinter sich. Die Mitglieder stimmen im Oktober ab. Das Ergebnis der ersten Runde steht Ende kommenden Monats fest.

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hic/vme



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
claus7447 20.09.2019
1. Nun, das Duo Geywitz/Scholz ist ohnehin kein Neuanfang
Aber es gibt da noch eine Kandidatin: Petra Köpping. Sie ist jemand, der es mit der Wahrheit nicht unbedingt ersnt nimmt und meint mit viel Geschwafel und Lügen die Wende der Treuhand etc. zuzuschieben. Geholfen hat es in ihrem Wahlkreis nicht - die AfD ist dort größter Stimmengewinner!
lozenz 20.09.2019
2. Die verbale
Verrohung kennt keine Grenzen mehr. Das Berliner Urteil in Sachen Künast ist ein Skandal. Ich bin weder Grüner, noch mag ich diese Frau und den dazugehörigen Ehemann, der sich durch die Verteidigung der Berliner Clanchefs schadlos hält. Aber Recht muss Recht bleiben. Die Beleidigungen sind Unrecht.
TOKH1 20.09.2019
3. Frage: was soll das?
Wenn Herzenswärme jetzt die primäre Eigenschaft eine Führungspolitikers sein soll, dann frage ich mich warum Angela Merkel Kanzlerin ist. warum ein Mensch wir Trump Präsi ist oder warum die Orbans oder Salvinis, Johnsons, Putins an der Macht sind. In erster Linie sollst du authentisch sein und nicht kopieren. Mitgefühl ist zwar im Auge des Betrachters lobenswert, ersetzt aber keine Entscheidungsfreudigkeit und Fähigkeit.
skeptikerjörg 20.09.2019
4. Was ein Quatsch
Geywitz sei zwar "unbestritten ein politisches Talent", sei klug und "eine nüchterne, klar denkende Analytikerin", so Sempf: "Aber Klara Geywitz könnte von der zwischenmenschlichen Wärme her auch eine 10.000er-Geflügelfarm leiten." Soll sie die Parteimitglieder küssen und umarmen? Oder soll sie die Partei führen, ihr ein neues Gesicht geben und vor allem ein Programm, dass diese Partei wieder wählbar macht? Übrigens, lieber Harald Sempf, fragen Sie mal in MeckPom oder in Niedersachsen nach, eine 10.000er Geflügelfarm ist in der Branche ein Kleinbetrieb.
Gartenblume 21.09.2019
5. Endlich sagt mal jemand die Wahrheit
Harald Senf hat recht! Warum ist die Politik so wie sie ist? Sie ist so, weil immer mehr Politiker so sind wie Frau Geywitz. Nicht nur, dass sie keinerlei Empathie und Warmherzigkeit hat, hat sie sich auch keinerlei Erfahrungen außerhalb der Politik erarbeitet. Von der Uni ins Parlament. Was soll man da erwarten? Nichts! Die Politik wird sich nicht ändern, wenn immer mehr Menschen wie Frau Geywitz politische Verantwortung übernehmen. Auch das ist ein Grund für aktuelle Wahlergebnisse.
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