Saarland Ermittlungen nach mutmaßlichem Anschlagsversuch auf Innenminister

Während der Fahrt löste ein Warnsystem aus: Am Dienstwagen des saarländischen Innenministers Bouillon wurden offenbar vorsätzlich Radschrauben gelockert. Ermittler prüfen auch "staatsgefährdende Motive".
Klaus Bouillon, Innenminister des Saarlandes

Klaus Bouillon, Innenminister des Saarlandes

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Christoph Reichwein/ imago images

Ein mutmaßlicher Anschlagsversuch auf den Dienstwagen des saarländischen Innenministers Klaus Bouillon (CDU) beschäftigt die Sicherheitsbehörden. Die Abteilung Staatsschutz des Landespolizeipräsidiums und die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Die Ermittlungen richteten sich gegen unbekannt und würden in alle Richtungen geführt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Dies schließe "auch möglicherweise staatsgefährdende Motive" ein. Zuvor hatten die "Saarbrücker Zeitung"  und der Saarländische Rundfunk  (SR) über den Vorfall berichtet.

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An Bouillons Dienstwagen sollen mehrere Radschrauben gelockert worden sein. Er habe dies am Mittwoch bei einer Fahrt in St. Wendel selbst gemerkt, weil das technische System in der Limousine Alarm geschlagen habe, hieß es von der Polizei. In der Werkstatt sei danach festgestellt worden, dass wohl an den Radschrauben manipuliert worden war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die Tat zwischen dem 1. und 5. Mai begangen wurde.

Sicherheitsmaßnahmen für Bouillon verschärft

Ein Werkstattfehler sei wohl ausgeschlossen, berichtete der SR unter Berufung auf den Staatsschutz der Polizei. Das Fahrzeug habe keinen Radwechsel hinter sich gehabt. Die Limousine habe "unbeobachtet und ungeschützt" vor Bouillons Privatanwesen in St. Wendel geparkt. Die Sicherheitsmaßnahmen für den Minister seien verschärft worden, heißt es in dem Bericht.

"Wenn sich der mutmaßliche Anschlag auf Klaus Bouillon bewahrheitet, ist das ein Angriff auf die Grundfeste unserer Gesellschaft und aufs Schärfste zu verurteilen", sagte Regierungssprecher Alexander Zeyer. Die Demokratie lebe von unterschiedlichen Meinungen und dem politischen Diskurs. Einschüchterung und körperliche Gewalt seien jedoch mit nichts zu rechtfertigen. Eine solche Tat sei "kein harmloser Spaß". Die Gesellschaft und der Rechtsstaat müssten dem "mit aller Konsequenz entgegentreten".

mes/dpa/AFP
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