Reaktionen auf den Tod von Klaus Kinkel "Wir verlieren einen väterlichen Freund"

Der ehemalige Außenminister und FDP-Vorsitzende Klaus Kinkel ist gestorben. Christian Lindner nennt ihn einen "weisen und bisweilen leidenschaftlichen Ratgeber". Auch Kanzlerin Angela Merkel erinnert sich.


Von 1992 bis 1998 war Klaus Kinkel (FDP) Außenminister, zuvor Chef des Bundesnachrichtendienstes und Justizminister. Zwischendurch war er für zwei Jahre FDP-Vorsitzender. Im Land und Europa erinnern sich ehemalige Weggefährten und Nachfolger an den aufrechten, zuweilen rauen Politiker.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte Kinkel als kompromisslosen Streiter für Freiheit. "Ich trauere um einen treuen Weggefährten aus der Zeit nach der deutschen Wiedervereinigung. Klaus Kinkel war ein großer Liberaler und ein kompromissloser Streiter für Freiheit und Demokratie", ließ die Kanzlerin die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer via Twitter mitteilen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nannte Kinkel eine "herausragende Persönlichkeit in der Geschichte unseres Landes". Steinmeier schrieb in einem Kondolenzbrief an die Witwe Ursula Kinkel: "Er verkörperte vieles von dem, was wir heute so dringend brauchen: Vernunft, Offenheit und Toleranz." Als "leidenschaftlicher Europäer mit Weitblick und Besonnenheit" habe der frühere Außenminister "das friedliche Zusammenwachsen unseres Kontinents vorangetrieben und als überzeugter Liberaler für Freiheit und Menschenrechte gekämpft".

Auch Heiko Maas (SPD), heute selbst Außenminister, schrieb auf Twitter, das Land verliere einen großen Liberalen.

Christian Lindner, inzwischen FDP-Vorsitzender, sagte, die Partei verliere einen väterlichen Freund. "Er war uns bis in diese Tage ein weiser und bisweilen leidenschaftlicher Ratgeber. Dabei war er immer loyal und diskret. Wir werden ihn sehr vermissen", teilte er mit.

Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte Kinkel als leidenschaftlichen Demokraten.

Jean-Claude Juncker, Kommissionspräsident der Europäischen Union, sprach von Kinkel als großem Europäer. "Als Bundesaußenminister hat Klaus Kinkel im Kabinett von Helmut Kohl die Weichen gestellt, um das wiedervereinte Deutschland im Herzen des wiedervereinten Europas zu verankern", schrieb der Luxemburger. "Uns verlässt ein deutscher Patriot und ein großer Europäer."

Der ehemalige Grünenvorsitzende Cem Özdemir sagte, Kinkels Tod sei Anlass zur Trauer über Parteigrenzen hinweg.

Auch der Deutsche Fußball-Bund trauert um Kinkel. Der frühere FDP-Chef hatte als erster Vorsitzender die 2016 eingerichtete Ethikkommission des DFB geführt und sich zuvor unter anderem rund 20 Jahre lang im Kuratorium der DFB-Stiftung Sepp Herberger engagiert.

"Der Tod von Klaus Kinkel hat uns alle im DFB und mich persönlich sehr erschüttert, weil ich fast 30 Jahre lang mit ihm in unterschiedlichen Funktionen sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet habe", sagte Verbandspräsident Reinhard Grindel in einer DFB-Mitteilung.

höh/cht/dpa/AFP



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