Klaus Wiesehügel Steinbrück holt Gewerkschaftsboss ins Schattenkabinett

Er war gegen die Agenda 2010, lehnt die Rente mit 67 ab - und soll Mitglied in Peer Steinbrücks Schattenkabinett werden. Klaus Wiesehügel übernimmt den Bereich Arbeit und Soziales. Der Chef der Gewerkschaft IG Bau soll vor allem linke Wähler an die SPD binden.
Gewerkschafter Wiesehügel: Agenda-Gegner in Steinbrücks Kompetenzteam

Gewerkschafter Wiesehügel: Agenda-Gegner in Steinbrücks Kompetenzteam

Foto: DPA

Hamburg - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück holt einen Gewerkschaftsboss in sein Schattenkabinett. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll Klaus Wiesehügel, Vorsitzender der Industrie Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG-Bau) den Bereich Arbeit und Soziales übernehmen. Ein entsprechendes Angebot habe der 60-Jährige angenommen. Der Bericht wurde inzwischen SPIEGEL ONLINE durch einen Sprecher der SPD bestätigt.

Wiesehügel saß bereits von 1998 bis 2002 für die SPD im Bundestag. Der Gewerkschafter wurde später zu einem der erbittertsten Gegner der Agenda 2010. Er war einer der Erstunterzeichner des Mitgliederbegehrens gegen das Reformpaket. Die Agenda 2010 verstoße gegen die Menschenwürde, so Wiesehügel. Den damaligen Kanzler Schröder beschimpfte er als "asozialen Desperado".

Bis heute ist der gelernte Betonbauer ein entschiedener Gegner der Rente mit 67. "Die Leute können nicht bis 67 arbeiten", sagt Wiesehügel.

Obwohl er damit in vielen Punkten nicht mit Kanzlerkandidat Steinbrück auf einer Linie liegt, könnte er bei einem Wahlsieg in dessen Kabinett rücken. Wiesehügel soll offenbar Gewerkschaftsmitglieder und linke Wähler für die SPD mobilisieren.

Steinbrück will sein Schattenkabinett bis Juli schrittweise vorstellen. Das sogenannte Kompetenzteam soll maximal zwölf Köpfe umfassen und zur Hälfte aus Frauen bestehen.

syd/vmd/dpa
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