Kleinkind-Betreuung In Westdeutschland fehlen 320.000 Kita-Plätze

Die Zeit wird knapp: Bis 2013 müssen in Westdeutschland noch mehr als 300.000 neue Plätze zur Betreuung von Kleinkindern entstehen - so sehen es die Vorgaben des sogenannten Krippengipfels vor. Das Ziel ist, rund ein Drittel aller unter Dreijährigen unterzubringen.

Kita-Kinder in Hamburg: Im Westen fehlen Plätze, im Osten nicht
ddp

Kita-Kinder in Hamburg: Im Westen fehlen Plätze, im Osten nicht


Wiesbaden - Für die Betreuung von Kleinkindern fehlen in Westdeutschland noch rund 320.000 Plätze. Nur so kann das von Bund, Ländern, Kommunen und Wohlfahrtsverbänden vereinbarte Ziel erreicht werden, bis 2013 rund 35 Prozent der unter Dreijährigen einen Platz in einer Krippe, Kita, Krabbelstube oder bei Tageseltern anzubieten. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag auf Basis einer Modellrechnung mit. Vom Kindergartenjahr 2013/14 an haben bereits Einjährige nach dem Kinderförderungsgesetz einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

In den alten Bundesländern gab es bei der letzten Erhebung im März 2009 erst 238.000 der bis zum Stichjahr voraussichtlich 559.000 benötigten Plätze. Die Quote lag damit erst bei durchschnittlich 14,4 Prozent. Am niedrigsten war sie in Nordrhein-Westfalen mit 11,5 Prozent, am höchsten in Hamburg mit 22,2 Prozent.

Im Osten (rund 46 Prozent) und in Berlin (fast 42 Prozent) ist das Ziel hingegen längst erfüllt.

Wenn die Betreuungsquoten in den westdeutschen Bundesländern auf jeweils 35 Prozent steigen und die Zahl der betreuten Kinder in Ostdeutschland und in Berlin konstant bleibt, erhöht sich den Angaben zufolge bundesweit die Betreuungsquote bis 2013 insgesamt sogar auf 37,3 Prozent. Damit könnte das bundesweite Betreuungsziel von 35 Prozent auch dann erreicht werden kann, wenn in einigen westdeutschen Ländern das Ziel verfehlt wird, wie das Bundesamt mitteilte. Die Fachleute hatten die Zahl der fehlenden Plätze im November noch auf rund 275.000 beziffert, dabei aber nicht jedes Bundesland einzeln betrachtet.

Knapp zwei Millionen Kinder unter drei Jahren werden Ende 2012 den Berechnungen zufolge voraussichtlich in Deutschland leben, etwa 1,6 Millionen in den alten Bundesländern und 282.000 in den neuen Bundesländern, der Rest in Berlin.

ffr/dpa/ddp

insgesamt 159 Beiträge
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sysop 24.07.2009
1. Frühförderung: welches ist der beste Weg?
Es gilt längst als erwiesen, dass Frühförderung besonders Kindern aus sozial schwächerem Umfeld zugute kommt. Dennoch hinkt Deutschland in diesem Bereich hinterher, es fehlt an Standards. Wie kann die Frühförderung im Land verbessert werden?
Klo, 24.07.2009
2.
Zitat von sysopEs gilt längst als erwiesen, dass Frühförderung besonders Kindern aus sozial schwächerem Umfeld zugute kommt. Dennoch hinkt Deutschland in diesem Bereich hinterher, es fehlt an Standards. Wie kann die Frühförderung im Land verbessert werden?
Mit mehr Geld und Stellen. Gerade die Frühförderstellen haben ja in den letzten Jahren massiv an Personal verloren, weil die Stellen trotz Bedarf gestrichen wurden. Das haben diese Einrichtungen mit den deutschen Universitäten gemeinsam. Kinder und Bildung, das sind die großen Streichkonzerte der Republik. Daher kommen ja die Zukunftsprobleme. Das Klo.
Paulina, 24.07.2009
3. Kinderstube des Homo oeconomicus
Durch Drill, Drill, Drill. Man stiehlt den Kindern die Kindheit und den Eltern die Kinder...........
kleiner-moritz 24.07.2009
4.
Zitat von KloMit mehr Geld und Stellen. Gerade die Frühförderstellen haben ja in den letzten Jahren massiv an Personal verloren, weil die Stellen trotz Bedarf gestrichen wurden. Das haben diese Einrichtungen mit den deutschen Universitäten gemeinsam. Kinder und Bildung, das sind die großen Streichkonzerte der Republik. Daher kommen ja die Zukunftsprobleme. Das Klo.
Was verstehen Sie denn unter frühkindlicher Förderung und wo sind denn da genau die Stellen gestrichen worden?
Knippi2006 24.07.2009
5.
Zitat von sysopEs gilt längst als erwiesen, dass Frühförderung besonders Kindern aus sozial schwächerem Umfeld zugute kommt. Dennoch hinkt Deutschland in diesem Bereich hinterher, es fehlt an Standards. Wie kann die Frühförderung im Land verbessert werden?
Durch Berieselung mit den Thesen der INSM ab dem 3. Tag nach der Geburt?
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