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04. Juni 2019, 08:05 Uhr

Klimapolitik

Konservative Unionspolitiker fordern längere Laufzeiten für Atomkraftwerke

Parteiinterne Kritiker werfen der CDU-Spitze eine schwache Klimapolitik vor. Die konservative Werteunion fordert jetzt eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und einen früheren Kohleausstieg.

Die Klimapolitik gilt als ein Grund für das miserable Abschneiden bei der Europawahl. Vor allem bei jüngeren Wählern schadete das offenbar der CDU. Mehrere prominente Politiker der Union gingen mit der Führungsspitze um Annegret Kramp-Karrenbauer ins Gericht. Ein "klares Kompetenz-Defizit" sah etwa der Ex-Umweltminister Norbert Röttgen.

Jetzt meldet sich auch die konservative Werteunion zu Wort. Angesichts des drohenden Scheiterns Deutschlands bei der Erreichung der Klimaziele und der immer weiter steigenden Energiepreise bei sinkender Versorgungssicherheit fordert sie eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken. Dadurch könnte der geplante Kohleausstieg deutlich vorgezogen werden, heißt es in einer Stellungnahme, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die Europawahl habe deutlich gemacht, "dass das Thema Klimawandel die Menschen in unserem Lande im hohen Maße bewegt", sagt der Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch. "Dies gilt insbesondere, aber nicht nur, für die jüngere Generation, bei der die CDU besorgniserregend schlecht abgeschnitten hat."

Um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, sei es wichtig, "wieder die Meinungsführerschaft zu übernehmen und nicht weiter den grünen Ökopopulisten hinterherzulaufen und sich von Ihnen thematisch treiben zu lassen". Allerdings dürfe dies nicht zulasten von Arbeitsplätzen in den betroffenen Regionen gehen. Auch müssten die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit Deutschlands bei der Stromversorgung sowie bezahlbare Strompreise gesichert sein.

Die Werteunion ist keine Parteiorganisation, sondern eine Gruppierung von ultrakonservativen CDU- und CSU-Mitgliedern sowie der Union Nahestehenden. Sie hat nach eigenen Angaben rund 2000 Mitglieder.

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flo

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