Koalition und Fußball Niebel erklärt FDP zum Weltmeister-Faktor

Dirk Niebel hat seine ganz eigene Logik für die Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland werde Weltmeister, prognostiziert der Entwicklungshilfeminister, und hat dafür auch eine Erklärung parat - das Land habe immer nur dann den Titel gewonnen, wenn die FDP mitregierte.
Liberaler Minister Dirk Niebel: "Weil die FDP nicht mitregierte, hat es 2006 nicht geklappt"

Liberaler Minister Dirk Niebel: "Weil die FDP nicht mitregierte, hat es 2006 nicht geklappt"

Foto: Michael Sohn/ AP

Dirk Niebel

FDP

Leipzig - Ob dieses angebliche Erfolgsgeheimnis der deutschen Fußballer jemals ohne gelüftet worden wäre? Der Entwicklungshilfeminister sieht einen Zusammenhang zwischen der Regierungsbeteiligung der Liberalen und dem Erfolg der deutschen Fußballnationalmannschaft. "Deutschland wird deshalb Weltmeister, weil Deutschland immer nur dann Weltmeister geworden ist, wenn die in einer Bundesregierung gewesen ist", sagte der FDP-Politiker in einem Video-Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". "Deswegen hat es auch 2006 nicht geklappt."

1954, 1974 und 1990 gewann Deutschland den Weltmeistertitel - die FDP saß in allen drei Fällen in der Regierung, entweder als Partner der Union (1954 und 1990) oder als Partner der SPD (1974). Was Niebel allerdings nicht erwähnte: Für die deutsche Nationalmannschaft war bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1994 und 1998 bereits im Viertelfinale Schluss, obwohl die Liberalen damals Teil der Bundesregierung waren.

Auch ist die öffentliche Wahrnehmung der Nationalmannschaft derzeit eine etwas andere als die der Bundesregierung: Die Fußballer begeisterten bei ihrem 4:0-Sieg gegen Australien in ihrem WM-Auftaktspiel die Nation - die Koalition dagegen steckt seit Wochen in einer Krise und im Umfragetief: Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend von "Stern" und RTL käme die schwarz-gelbe Regierung derzeit gemeinsam auf nur 37 Prozent. Seit der Bundestagswahl vor knapp neun Monaten hat sie damit rund elf Prozentpunkte eingebüßt.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Liberalen momentan nur auf sechs Prozent - immerhin ein Zähler mehr als in der Vorwoche. Die Union würde 31 Prozent der Wählerstimmen erhalten (minus 1). Die Werte der Opposition blieben weitgehend stabil: Die SPD steht unverändert bei 26 Prozent, die Grünen bleiben bei 18 Prozent, die Linke fällt leicht auf 11 Prozent (minus 1). Mit zusammen 55 Prozent liegen SPD, Grüne und Linke 18 Punkte vor Union und FDP.

Niebel verbreitete dennoch Optimismus für die Bundestagswahl 2013: "Ich glaube und hoffe, dass wir so erfolgreich sind, dass wir noch eine Verlängerung hinten dranhängen können."

hen/ddp/dpa
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